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Korschenbroich: Die CDU schrumpft von allen Parteien am schnellsten

Mitgliederentwicklung bei den Korschenbroicher Parteien : Die CDU schrumpft am schnellsten

Die Union ist in Korschenbroich mit 545 Mitgliedern unangefochten die größte Partei. Doch die „Kleinen“ konnten in den letzten zehn Jahren aufholen. Eine Übersicht über die einzelnen Stadtratsfraktionen.

Zwischen Europawahl und Kommunalwahl 2020: Wo stehen die Korschenbroicher Parteien und politischen Vereinigungen mit ihrer Mitgliederzahl heute und wie sollen neue Mitglieder gewonnen werden? Diese Fragen haben wir an Parteien und politische Vereinigungen gestellt. Die meisten Mitglieder hat die CDU in Korschenbroich. Zum 30. Juni 2019 waren es 545 Frauen und Männer, die sich zu den Werten der Union bekannten. Allerdings ist die Mitgliederzahl in den vergangenen zehn Jahren stetig zurückgegangen. Im Jahr 2009 engagierten sich noch 761 Menschen für die CDU in Korschenbroich. „Der Mitgliederverlust im Zeitraum der vergangenen zehn Jahre beruht fast ausschließlich auf Todesfällen“, sagte der Stadtverbands-Vorsitzende Ansgar Heveling.

Bei alledem sei aber zu beachten, dass sich der CDU-Stadtverband Korschenbroich immer noch auf überdurchschnittlichem Niveau bewege, was die Mitgliederzahlen angehe. Das Durchschnittsalter betrage bei den Mitgliedern der CDU in Korschenbroich 65 Jahre. Zwei Drittel von ihnen seinen männlich, ein Drittel weiblich. Mitgliederwerbung sei ein kontinuierlicher Prozess, und die beste Werbung sei die ganz persönliche Ansprache.

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Auf dem zweiten Platz bei den Mitgliederzahlen liegt die SPD. Bei ihr engagierten sich am 30. Juni 2019 insgesamt 154 Frauen und Männer. Seit 2009 ist ein moderater Rückgang von neun Prozent zu verzeichnen, als die SPD 169 Mitglieder hatte. Das Durchschnittsalter liegt aktuell bei 62 Jahren, 36 Prozent seien Frauen, der Anteil der Männer liege bei 64 Prozent. „Eintritte und Austritte halten sich die Waage. Der Rückgang ist leider hauptsächlich durch Todesfälle oder auch Umzüge begründet“, sagte Stadtverbandsvorsitzender Udo Bartsch. Nicht nur mit Blick auf die Kommunalwahl werde die SPD weiter Mitglieder werben, „an Infoständen, insbesondere auch in persönlichen Gesprächen und durch eine gute Politik.“

Drittstärkste Kraft ist die Bürgervereinigung Die Aktive. Dort engagieren sich derzeit 87 Menschen. Frauen- und Männeranteil halten sich hier beinahe die Waage. 53 Prozent der Mitglieder sind männlich. Auf dem vierten Platz liegt die FDP mit 38 Mitgliedern am 30. Juni 2019. 16 der Mitglieder seien 55 Jahre und älter. Hier sind nur fünf Prozent der Mitglieder Frauen. Im Verlaufe von zehn Jahren seit 2009 habe sich die Zahl der Mitglieder um drei Liberale erhöht. „Die ungefähr gleichbleibende Zahl an Mitgliedern ist zum einen auf bundespolitische Einflussfaktoren sowie auf die thematisch teilweise unscharfe Abgrenzung der FDP von den Mitbewerben aus dem demokratischen Spektrum zu sehen“, sagte Thomas Betz, Vorsitzender des FDP-Stadtverbandes. In der Werbung setze die FDP verstärkt auf die sozialen Medien und auf gezielte Ansprachen mit liberalen Kernthemen. Seit diesem Jahr habe die FDP ein neues Vorstandsteam und damit ein Kompetenzteam aus Jung und Alt.

Bündnis 90/Die Grünen hatten am 30. Juni 2019 insgesamt 32 Mitglieder, davon 20 Männer und zwölf Frauen. „Wir haben zwar nur drei Erwachsene hinzugewonnen. Aber wir konnte eine Grüne Jugend mit sechs neuen Jugendlichen gründen“, sagte Julia-Kathrin Edelburg, Sprecherin des Ortsvorstandes Korschenbroich. „Hierauf aufbauend wollen wir auch bis zur nächsten Kommunalwahl – und darüber hinaus – Interessierten die Möglichkeit zur aktiven Beteiligung offerieren und so auch weitere Mitglieder gewinnen.“

Keine Angaben zum Mitgliederbestand machte die Fraktion Die Aktive. „Da wir den Datenschutz sehr ernst nehmen, handeln wir auch nach diesen Grundsätzen und erfassen solche Statistiken nicht“, sagte die Vorsitzende Gabi Parting.

Die Wählergemeinschaft ULLi hat zurzeit zwölf Mitglieder. ULLi gibt es seit 2008. „Damals hatten wir acht Mitglieder“, sagte Vorsitzender Bernd Makowiak. Von den zwölf Mitgliedern heute seien drei Frauen und neun Männer. Die Entwicklung der Mitglieder nennt Makowiak zufriedenstellend, „aber der Nachwuchs fehlt.“ Keine Möglichkeit der Kontaktaufnahme gab es von der mit ULLi in Fraktionsgemeinschaft verbundenen Partei Zentrum.