Korschenbroich: Die Aktive will Glyphosatverbot auf städtischen Flächen

Politik in Korschenbroich : Die Aktive fordert ein Verbot von Glyphosat

Der Antrag der Partei betrifft die städtischen Flächen in Korschenbroich. Die Aktive fordert zudem, Pächtern, die sich nicht daran halten, die Vertragsverlängerung zu verweigern.

Wenn der Umweltausschuss zu seiner nächsten Sitzung am Donnerstag, 22. November, zusammenkommt, steht unter anderem ein Antrag der Fraktion Die Aktive auf der Tagesordnung. Dabei geht es um das zur Unkrautbekämpfung in der Landwirtschaft, im Gartenbau, in der Industrie und in Privathaushalten eingesetzte Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat. Die Aktive beantragt, dass der Ausschuss sich dafür ausspricht, dass auf städtischen Grundstücken ab sofort keine glyphosathaltigen Mittel mehr ausgebracht werden. Zudem soll dies auch auf städtischen Grundstücken gelten, die verpachtet sind. Dort sollten die Pachtverträge so geändert werden, dass dem Pächter der Einsatz von glyphosathaltigen Mitteln untersagt sei.

Nach dem Stand der wissenschaftlichen Diskussion sei es überwiegend wahrscheinlich, dass Glyphosat und glyphosathaltige Mittel schädliche Auswirkungen auf die Umwelt und auf die menschliche Gesundheit haben, so Fraktionsvorsitzender Hanns-Lothar Endell in seiner Begründung. Glyphosat trage mit großer Wahrscheinlichkeit zum Artensterben bei, weil durch das Abtöten der Beikräuter vielen Insekten und damit auch den Vogelarten die Nahrungsgrundlage entzogen werde. Vom Umweltministerium Rheinland-Pfalz sei der Einsatz von Glyphosat auf öffentlichen Flächen für dieses Bundesland schon verboten worden. Bundesweit hätten bereits 110 Städte und Gemeinden den Unkrautvernichter verboten. Zahlreiche weitere Kommunen diskutierten derzeit ein Verbot von Glyphosat.

In Korschenbroich würden auf den städtischen Grundstücken Unkräuter schon heute überwiegend durch mechanische oder thermische Verfahren beseitigt, so dass der Aufwand für die Stadt überschaubar bleibe. „Pächtern von städtischen Grundstücken kann im Rahmen der privatrechtlichen Vertragsfreiheit ohne Weiteres aufgegeben werden, auf den Einsatz von Glyphosat zu verzichten“, sagt Hanns-Lothar Endell. Sollten Pächter dies bei einer Vertragsverhandlung ablehnen, sollte nach Meinung der Fraktion Die Aktive eine Vertragsverlängerung mit diesen Pächtern nicht weiter erfolgen.

(FR)