Korschenbroich: Deutsche Glasfaser startet mit Ausbau

Beginn der Tiefbauarbeiten: Glasfaser-Ausbau geht in die nächste Phase

In mehreren Stadtteilen hat das Unternehmen Deutsche Glasfaser mit den Tiefbauarbeiten begonnen. Bald werden Daten schneller übertragen. Das gilt aber nicht zwingend für abseits gelegene Gebäude.

Während in Deutschland wieder einmal das Thema Tempolimit auf Autobahnen diskutiert wird, soll in Korschenbroich alles schneller werden. Allerdings nicht für Fahrzeuge, sondern für Bits und Bytes im Internet. Denn in dieser Woche hat die Unternehmensgruppe Deutsche Glasfaser mit den Tiefbauarbeiten in Stein­forth-Rubbelrath begonnen, um die Glasfaser-Leitungen zu verlegen. Dies gilt demnächst auch für Pesch, Neersbroich und Rader­broich mit einem kompletten Ausbau sowie für große Teile der Ortslagen Korschenbroich und Herrenshoff.

Zunächst war davon die Rede, dass auch in Herrenshoff ein kompletter Ausbau erfolgen könnte. „Da haben wir uns natürlich gefragt, was mit weiter entfernt liegenden Häusern ist“, sagt Karlheinz Häusler von der Interessengemeinschaft Herrenshoff. „Das gilt etwa für die Friedrich-Kreutzer-Straße oder für Häuser am Neersener Weg. Diese Gebäude gehören auch zu Herrenshoff, sind aber vom Ortskern durch ausgedehnte Felder getrennt,“ berichtet Häusler.

„Es muss sich auch wirtschaftlich darstellen lassen“, sagt Dennis Slobodian, Referent in der Abteilung Unternehmenskommunikation der Deutschen Glasfaser. So kann man zum Beispiel auf der Internetseite der Deutschen Glasfaser die Verfügbarkeit für die Straßen in Korschenbroich feststellen. Während die Friedrich-Kreutzer-Straße dort aufgerufen werden kann, gilt das nicht für den Neersener Weg, wo demnach kein Glasfasernetz angeschlossen wird. „Wir haben die Ausbaugebiete alle mit der Stadt abgestimmt“, sagt Slobodian. Wenn nun jemand in einem entfernt liegenden Bereich einen Anschluss wünsche, müsse er eventuell mehr bezahlen oder nachfragen, ob es Fördermöglichkeiten gebe.

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Karlheinz Häusler hat bereits einen Internetanschluss von der Deutschen Telekom. „In Herrenshoff gibt es mehrere kleine Verteilerkästen. Dort kommen die Daten per Glasfaser an und werden dann über ein Kupferkabel in mein Haus geschickt.“ Die Geschwindigkeit der direkt ans Haus angeschlossenen Glasfaser-Leitung erreicht Häusler damit allerdings nicht. „In unserem kleinsten Vertrag bieten wir 200 Megabit pro Sekunde an, im größten Vertrag sind es ein Gigabyte pro Sekunde. Das Netz wird so ausgelegt, dass es später einmal sogar in den Terrabyte-Bereich geht“, sagt Slobodian. Doch schon bei einem Gigabyte könnte das Anschauen von Filmen im Netz ebenso leicht sein wie das Herunterladen von großen Dateien.

Die Deutsche Glasfaser versorgt in Korschenbroich nicht nur Stadtteile. Sie wird auch alle Schulen in der Stadt mit Glasfaser ausstatten, sofern es einen solchen Anschluss nicht bereits gibt. Als Stärkungspaktkommune braucht die Stadt dafür keinen Eigenanteil auszugeben, denn sie kann Geld aus Bundes- und Landesmitteln abrufen. Im Rahmen eines Kommunalvertrages hat die Deutsche Glasfaser auch den Anschluss für die öffentlichen Gebäude übernommen, hinzu kommen Gewerbegebiete. „In der Glehner Heide liegt bereits Glasfaser“, sagt Patrick Gorzelanczyk, Leiter des Bürgermeister-Büros. Neu angeschlossen werden Glehn-Ost sowie die Gewerbegebiete Korschenbroich und Püllenweg in Kleinenbroich. Das Gewerbegebiet Im Hasseldamm in Kleinenbroich, das in diesem Jahr gestartet wird, soll – wie Gorzelanczyk sagt – von der Deutschen Telekom versorgt werden.

Was den jetzt gestarteten Ausbau angeht, so werden in einem ersten Schritt nach und nach Leerrohre in 40 Zentimetern Tiefe verlegt. Danach können dort die Glasfasern eingeblasen werden. Bevor die Arbeiten starten, werden die Anwohner über den Termin informiert. „Die Stadt und die Bauleitung der Deutschen Glasfaser arbeiten dabei eng zusammen“, sagt Slobodian. Die Stadt kontrolliere und dokumentiere im Vorfeld jeden Ausbaubereich. Nach dem Ende der Arbeiten erfolge auch die Abnahme aller öffentlichen Oberflächen wie Straßen und Gehwege durch die Stadt.

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