Korschenbroich: Der Hephata-Neubau ist komplett belegt

Neuer Wohnkomplex in Korschenbroich: Der Hephata-Neubau ist komplett belegt

Vor 14 Monaten zogen Kinder und Jugendliche mit mehrfachen Behinderungen und Verhaltensauffälligkeiten ein.

Im Kleinkinderbereich ist der neue Wohnkomplex der Hephata-Stiftung innen und außen gut ausgerüstet. Rolli- und Nestschaukel sowie eine übliche Kleinkinderschaukel und Wackelbär Bruno laden zum Spielen ein. Für die Jugendlichen stehen ein großer Kicker, Fahrräder und Rollis bereit. Da muss noch der Bedarf gesichtet und nachgerüstet werden, weil die Jugendlichen später einzogen als die meisten ihrer jüngeren Mitbewohner. Seit drei Monaten ist das Haus mit den 14 barrierefreien und freundlich hellen Zimmern komplett besetzt. Eine gewisse Fluktuation muss allerdings immer einkalkuliert werden, da manche Kinder doch wieder zu ihren Eltern zurückkehren und Heranwachsende schließlich aus Altersgründen ausziehen. In der Regel bleiben die Bewohner, bis sie Anfang oder spätestens Mitte 20 Jahre alt sind.

„Doch auch dann wird keiner einfach vor die Tür gesetzt. Unsere Bewohner bleiben, bis wir etwas Gutes für den Anschluss gefunden haben. Das muss ein guter Wohnplatz und eine Werkstatt als Konstante sein“, sagt Vera Lohren. Sie und Manfred Offermann, Teamleiter der evangelischen Hephata-Stiftung, führen gemeinsam das Haus beim Bahnhof. Die Arbeit gehe Hand in Hand, versichern beide und betonen zugleich, dass jeder dem anderen ein Vorrecht bei den persönlichen Schwerpunkten überlasse. Bei Offermann ist es die pflegerische Arbeit und bei Lohren der pädagogische Aspekt. Einig sind sich beide, dass es ihnen besonders wichtig ist, den jungen Menschen im Haus das Leben positiv zu gestalten. „Sie werden hier nicht nur gepflegt, sie wohnen hier“, betont Offermann, der aus Heinsberg kommt. Wie seine in Düsseldorf wohnende Kollegin lobt er Korschenbroich als angenehmen Ort und die gute Anbindung des Standorts. Parkplatzprobleme kennen Mitarbeiter und Besucher hier nicht. Der Wohnkomplex an der Herrrenshoffer Straße ist für ein relativ großes Spektrum zuständig. Hier wohnen Kinder und Jugendliche mit Verhaltensauffälligkeiten, leichten geistigen und schwersten mehrfach Behinderungen.

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Einige Bewohner werden vorbereitet auf ein betreutes Wohnen und erlernen noch ein gutes Maß an Selbständigkeit. Auch diese Gruppe hat eine feste Tagesstruktur, ist beschäftigt in Werkstatt oder Schule. Schließlich bietet das Haus eine Pflege an. Die Vielfalt bezeichnet Lohren als eine Besonderheit im Haus, da die meisten Anbieter nur auf einen Schwerpunkt setzen.  Die beiden Leiter schätzen sich glücklich, ein gutes Team von 22 Erziehern, Heilerziehungspflegern, Gesundheits- und Krankenpflegern zu haben. „Sie sind die wesentliche Stütze und der größte Schatz in Zeiten des Fachkräftemangels“, stellt Offermann entschieden fest.

Um die Betreuer fit zu halten für ihre anspruchsvolle Arbeit, bietet die Stiftung ihnen ein Gesundheitsmanagement und eine Supervision durch Psychologen an. In diesem Jahr beteiligt sich das Haus am Lebendigen Adventskalender. Die Nachbarn sind eingeladen zu Glühwein, Kinderpunsch und Kakao. Der Termin wird noch bekannt gegeben.

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