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Korschenbroich: Das System mit den Rolltonnen funktioniert

Bereits seit 1985 offizielle Regelung : Das funktionierende Rolltonnen-System

Während Mönchengladbach bei der Entsorgung des Hausmülls erst zum 1. Januar von Ring- auf Rolltonne umgestellt hat, kennt die Nachbarstadt gar keine andere Lösung – sie hat sich bereits vor Jahrzehnten etabliert.

Als eine der letzten Großstädte Deutschlands hat Mönchengladbach am 1. Januar sein Entsorgungssystem beim Hausmüll von der kleinen Ring- auf die große Rolltonne umgestellt. Ein Übergang, der im vergangenen Jahr von vielen Diskussionen um Gebühren und das genaue Verfahren begleitet wurde. Der Korschenbroicher könnte über derlei Aufregung nur müde lächeln, denn er ist das System mit der Rolltonne gewöhnt – es ist schon immer da gewesen, erstmals offiziell geregelt seit Januar 1985.

Das System ist damit seit Jahrzehnten etabliert, Anpassungen wurden ab und an lediglich bei den Gefäßgrößen vorgenommen, etwa bei der Einführung einer 240-Liter-Tonne beim Bioabfall. Derzeit gibt es vier verschiedene Tonne, die braune (Bioabfall), die blaue (Papier) sowie die gelbe (Verpackungen) sind jeweils für 120 oder 240 Liter verfügbar, die graue Tonne für den Restmüll zusätzlich für 80 Liter. Zudem gibt es beim Restmüll, Papier und den Verpackungen Containern in der Größe von 770 oder 1100 Litern.

Auch der Entsorgungsrhythmus, der sich in Mönchengladbach beim Restmüll nun von einer auf zwei Wochen verändert, hat in Korschenbroich einen bereits bewährten Turnus: Restmüll, Bioabfall und Verpackungen werden alle zwei Wochen, das Papier alle vier Wochen abgeholt. Geleert werden alle Tonnen von der Firma Schönmackers, die einen Entsorgungsvertrag mit der Stadt hat und Bioabfall und Grünbündel in die Kompostierungsanlage Korschenbroich bringt sowie den Restmüll und Verpackungen zur Deponie Neuss-Grefrath.

Die Entsorgungsgebühren basieren in Korschenbroich auf einer Kombination aus personen- und gefäßbezogenen Gebühr. Das ist ein Unterschied zum Stadtnachbarn, der die Gebühr – bestehend aus einem Grund- und einem Leistungspreis – auf 15 Liter pro Kopf und Woche, also 30 Liter pro Kopf und zweiwöchiger Leerung, festgelegt hat – bei Nutzung der Biotonne. In Korschenbroich wird zunächst mit 40 Litern pro Kopf und 14-tägiger Leerung gerechnet. So sind Mindestgebühren für eine bestimmte Anzahl von Personen vorgegeben. Nutzt eine weitere Person dasselbe Gefäß, kommt eine Personengebühr in der Höhe von 25 Euro hinzu.

Ein Rechenbeispiel für eine dreiköpfige Familie: In Mönchengladbach zahlt der dreiköpfige Haushalt seit dem 1. Januar bei einem Mindestvolumen für zwei Wochen von 90 Litern eine Gebühr von 210,30 Euro. In Korschenbroich sind es  bei einem Volumen von 80 Litern 145,63 Euro, bei 120 Litern – was der Basis von 40 Litern pro Kopf entspricht – sind es 168,75. Die Gebühren sind damit deutlich niedriger. Und sie sind zudem in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen.

Denn aufgrund positiver Ausschreibungsergebnisse konnten die Entsorgungsgebühren zuletzt durch die Stadt sukzessive gesenkt werden. Im Jahr 2016 waren es 16 Prozent, im Jahr darauf 15 Prozent, und 2019 immerhin nochmals zwölf Prozent. Angesichts dieser erfreulichen Entwicklung und des allgemein seit Jahrzehnten bewährten System dürfte es nicht allzu verwunderlich sein, wenn die Mönchengladbacher Aufregung um die neuen Rolltonnen auf Unverständnis stoßen sollte.