Korschenbroich: Bußgelder für Müllsünder können steigen

Strafen in Korschenbroich : Bußgelder für Müllsünder können steigen

Das NRW-Umweltministerium hat seine empfohlenen Strafen für weggeworfene Zigarettenkippen oder hinterlassenen Hundekot deutlich angehoben. Auch in Korschenbroich ist ein Bußgeld von 100 Euro bei Wiederholungstätern denkbar.

100 Euro Bußgeld für eine weggeworfene Zigarettenkippe – seit kurzem ist eine solch drastische Strafe durchaus vorstellbar. Denn das NRW-Umweltministerium hat seine empfohlenen Sanktionen für Müllsünder deutlich angezogen. Bindend ist der neue Bußgeld- und Verwarnkatalog zwar nicht. Doch da wilder Müll für viele Kommunen ein großes Ärgernis darstellt, dürften höhere Strafen durchaus ein Thema sein – auch in Korschenbroich.

Das Ordnungsamt der Stadt teilt auf Nachfrage mit, dass beispielsweise bei weggeworfenen Zigarettenkippen eine Bußgeldhöhe von 100 Euro für Wiederholungstäter durchaus denkbar sei. Die achtlose Müllentsorgung – von Zigaretten, Verpackungen oder Hundekot – ist ein Bereich, in dem die Stadt aktiv werden kann. „Allerdings setzt eine Ahndung solcher Verstöße ein Erwischen des Verursachers auf frischer Tat voraus, was leider sehr selten möglich ist“, teilt die Stadt mit.

Ein weiteres Ärgernis ist wilder Müll. Hier ist ein Grünstreifen in Kleinenbroich verdreckt. Foto: Thomas Grulke

Derzeit sieht der Verwarngeld-Katalog der Stadt bei erstmaligen Verstößen – beispielsweise dem Wegwerfen oder Zurücklassen von festen Abfällen aller Art oder die Nichtbeseitigung von Verunreinigungen durch mitgeführte Tiere – ein Verwarngeld von bis zu 35 Euro vor. Damit ist Korschenbroich bereits teurer als die bisherigen Empfehlungen der Landesregierung: Diese lagen bei zehn bis 25 Euro Bußgeld.

Bei wiederholten Verstößen wird auch in Korschenbroich ein Bußgeld-Verfahren eingeleitet. Allerdings weist die Stadt darauf hin, dass sie nicht für die Ahnung von illegaler Müllentsorgung zuständig ist, sondern die Untere Abfallwirtschaftsbehörde des Rhein-Kreises Neuss. Demzufolge gibt es auch nur wenige von der Stadt durchgeführte Verfahren, im vergangenen Jahr lag die Zahl im unteren zweistelligen Bereich. Und eine besondere Erfassung, um welche Art von Delikt es sich jeweils handelte, erfolgt nicht.

Ein Problem ist aber auf jeden Fall hinterlassener Hundekot. Die Stadt hat darauf bereits reagiert und an zwei Strecken im Stadtgebiet Beutelspender für Hundekot aufgestellt. Und sie weist darauf hin, dass die Pflicht bestehe, die Hinterlassenschaften eines jeden mitgeführten Tieres zu beseitigen. Diese Regelung gelte nicht nur für Hundekot.

Ein weiteres Ärgernis ist der wilde Müll in der Stadt. Jahr für Jahr nehmen Hunderte Helfer am Aktionstag „Saubere Stadt“ teil – um zumindest einen Teil des zurückgelassenen Mülls einzusammeln. Das Problem kann damit nur nicht aus der Welt geschafft werden. Das Ordnungsamt nennt vor allem Gewerbegebiete sowie Wald- und Forstwege als Brennpunkte. Doch eine Überwachung ist schwer. „Eine Möglichkeit besteht nur in der Form, dass bei ständig betroffenen Stellen versucht wird, die Täter bei der Entsorgung zu ertappen oder im Müll Hinweise auf den Verursacher zu finden“, heißt es vonseiten der Stadt. Und erst wenn ein Müllsünder auf frischer Tat ertappt wird, könnte künftig auch das höhere Bußgeld als Strafe zur Geltung kommen.

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