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Korschenbroich: BUND stellt Schutzzäune für Kröten auf

Landesstraße in Korschenbroich : BUND stellt Schutzzäune für wandernde Kröten auf

Die Ortgruppe des BUND baute an der Landesstraße 381 eine mobile Amphibienschutzanlage auf. Im Sommer soll an gleicher Stelle eine feste Anlage stehen.

Sobald es wärmer wird, erwachen Frösche und Kröten aus ihrer Winterstarre und begeben sich auf Wanderschaft zu ihren Laichplätzen. Die Querung von stark befahrenen Straßen endet aber für viele Tiere tödlich. Der sechsjährige Moritz möchte das verhindern. „Ich will nicht, dass Kröten plattgefahren werden“, sagt er.

Gemeinsam mit Mutter Nadine Eiben und dem jüngeren Bruder Patrick half er daher beim Aufbau einer mobilen Amphibienschutzanlage durch die Ortsgruppe des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). In Höhe der Lichtstraße ist die Wegstrecke zwischen Korschenbroich und Kleinenbroich für Amphibien besonders gefährlich. Daher baute die Ortsgruppe dort für die Wochen der Frühjahrswanderung die Schutzanlage auf. Die Aktion sei eigentlich eine hoheitliche Aufgabe des Landesbetriebs Straßen. Doch die Ortsgruppe sei wegen personellen Engpässen eingesprungen, sagt Sprecher Gerd Sack. Bis Mitte Juni soll, 50 Meter von der Triet abrückend, eine feste Rettungsstation mit zwei Tunneln stehen.

Dann weist ein Leitsystem Amphibien und Kleingetier den Weg, so dass sie dafür keine Helfer benötigen. Die Anlage muss nur zweimal im Jahr auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden. Helfer wollen regelmäßig die Eimer kontrollieren, die in Abständen von jeweils zehn Metern im Boden versenkt sind. Wenn die Tiere entlang des Zauns laufen, fallen sie irgendwann hinein und können anschließend über die Straße getragen werden, um dann ihren Weg alleine fortzusetzen.

„Wir müssen morgens und abends an sieben Tagen in der Woche die Tiere einsammeln. Sie wandern nicht jeden Tag. Wenn es kälter wird, buddeln sie sich wieder ein, und doch muss regelmäßig kontrolliert werden“, sagt Andreas Hermsteiger, Projektleiter für Amphibienschutz in Korschenbroich.

Hermsteigers Sohn Lukas teilt das fürsorgliche Denken des Vaters und hilft mit. Als „Bufdi“, Helfer im Bundesfreiwilligendienst, leitet der 19-Jährige den Amphibienschutz der Stadt.  Waldpädagogin Nadine Eiben macht häufig die Erfahrung, dass viele Kinder den Bezug zur Natur verloren haben und Kröten einfach nur eklig finden. Hier will sie das Bewusstsein schärfen.