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Korschenbroich: Bürgerbeteiligung für "Werkstadt" beginnt

„Werk-Stadt“ Korschenbroich : Bürger sollen die Zukunft mitgestalten

In dieser Woche beginnt die Bürgerbeteiligung für die Korschenbroicher Stadtentwicklungsoffensive.

Wer in den vergangenen Wochen Bürgermeister Marc Venten über den Weg gelaufen ist, der hat wohl schon etwas gehört von der „Werk-Stadt“ Korschenbroich. Bei jeder Gelegenheit wirbt Venten für die heiße Phase der neuen Stadtentwicklungsstrategie. Nach Monaten der Vorbereitung sollen ab Donnerstag die Bürger gefragt werden: Wie soll das Korschenbroich der Zukunft aussehen?

„Wir möchten die Pläne nicht im stillen Kämmerlein entwickeln“, sagt Venten bei der Projektpräsentation am Montag. „Wir möchte die Meinung der Bürgerschaft einholen.“ Aus diesem Grund lädt die Stadt zu drei Bürgerbeteiligungen vor Ort ein. Am Donnerstag um 19 Uhr findet die erste im Forum der Realschule Kleinenbroich statt. Weitere Termine sind am 11. März im Korschenbroicher Ratssaal und um 18. März in der Aula der Grundschule Glehn. Parallel dazu wird ab Donnerstag auf der Internetseite der Stadt auch eine Online-Befragung gestartet. „Wir erhoffen uns viele Rückmeldungen“, sagt Venten.

Die Bürgerbeteiligung ist der letzte Schritt des mehrstufigen „Werk-Stadt“-Prozesses. Zunächst wurden in Verwaltung und Politik der Stadt die Grundlagen für den Prozess festgelegt, bevor Multiplikatoren in zwei Workshops die Bürgerbeteiligung vorbereitet haben. „Wir haben uns bei der Auswahl der Multiplikatoren bewusst für Personen entschieden, die nicht schon in der Lokalpolitik mitwirken. Menschen, die sozusagen unbelastet sind“, sagt Venten. Die insgesamt 22 Multiplikatoren wurden Bereichen wie Sport, Bildung, Kirchen oder Soziales zugeordnet. Auch die Jugend war mit einer fünfköpfigen Gruppe vertreten. Jugendliche im Alter von mindestens zwölf Jahren, darunter auch Ventens Sohn Elias. „Die Multiplikatoren haben ein Grundgerüst für den Beteiligungsprozess geschaffen“, sagte Venten.

Herausgekommen sind dabei schließlich Strategieziele aus fünf Themenbereichen, die nun zur Diskussion gestellt werden sollen: Stadtwachstum, Generationen und Kulturen, Gesamtstadt als „eine Marke“, Wohnen und Arbeiten sowie Begegnung und Bewegung. Insgesamt 38 Thesen wurden für die Online-Befragung ausgewählt. Ihnen können die Bürger jeweils zustimmen, sie ablehnen oder ihnen neutral gegenüberstehen. Das Ergebnis wird zudem nach Ortsteil und Altersgruppe ausgewertet.

„Auch neue Ideen können vorgebracht werden“, sagt Venten. Online gibt es dafür ein Freifeld zum Ausfüllen. Bei den Vor-Ort-Veranstaltungen eine möglichst offene Diskussion über die fünf Strategieziele und den richtigen Weg zu ihrer Verwirklichung. Dabei hoffen Venten und Dieter Hoffmanns, Leiter des Amtes für Stadtentwicklung, Planung und Bauordnung, für den Auftakt am Donnerstag auf 100 Besucher. „Das wäre schön“, sagt Venten.

Begleitet wird der Prozess von den Moderatoren Michael Isselmann und Alfred Körbel. Isselmann ist ehemaliger Planungsamtchef der Stadt Bonn, Körbel leitet das Dortmunder Planungsbüro plan-lokal. „Wir freuen uns, zwei so ausgewiesene Experten für das Projekt gewonnen zu haben“, sagt Hoffmanns. Die beiden begleiten den gesamten „Werk-Stadt“-Prozess und werden auch die Leitung der Bürgerversammlungen übernehmen. „Wir haben uns bewusst für Menschen mit einem neutralen Blick von außen entschieden“, sagt Venten.

Wenn die Ortstermine im März und die Online-Beteiligung abgeschlossen sind, sollen die Ergebnisse mit in die Korschenbroicher Stadtentwicklungsstrategie einfließen. Diese soll laut Venten „nicht für immer in Stein gemeißelt sein“, aber bei künftigen Entscheidungen berücksichtigt werden. Im Sommer soll der Stadtrat über den fertigen Entwurf abstimmen.

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