Korschenbroich: Bürger lehnen Baugebiet Am Hommelshof ab

Politik in Korschenbroich : Bürger lehnen Baugebiet Am Hommelshof ab

Die CDU hatte zu einem Informationsabend in den Ratssaal eingeladen. Dort machten rund 40 Anwohner ihrem Ärger Luft.

Die Stimmung im Rathaus an der Don-Bosco-Straße war beim Informationsabend der CDU angespannt. Besorgte Bürger saßen dem CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Bernd Scheufeld, dem stellvertretenden Bürgermeister Hans-Willi Türks sowie dem Technischen Beigeordneten Georg Onkelbach gegenüber, die gemeinsam über den überarbeiteten Bebauungsplan für das Neubaugebiet am Hommelshof informierten. Die meisten Anwohner sehen das Projekt allerdings kritisch.

Insgesamt 15 neue Wohneinheiten und mehrere Garagen sollen auf das bisher noch unbebauten Areal an der Ecke Am Hommelshof/ L 381 kommen. Den offiziellen Plan gibt es bereits seit 1971, der wurde nun aber von den ursprünglichen sechs Einfamilienhäusern auf 15 Wohneinheiten aufgestockt. Einige der rund 40 Bürger aus Korschenbroich kamen nur in den Ratssaal des Rathauses, um Klarheit über die geplanten Neuerungen im Bebauungsplan zu bekommen. Die meisten waren jedoch vor Ort, um ihren Bedenken und ihrem Ärger Gehör zu verschaffen. So auch Reinhard Kortemeyer. Er wäre von den Änderungen stark betroffen. Probleme sieht er viele, insbesondere was den Verkehr Am Hommelshof betrifft: „Das Verkehrsaufkommen ist schon jetzt extrem hoch, Parkplätze gibt es hier kaum. Wenn nun 15 neue Familien einziehen sollen, wo sollen alle Autos hin?“ An der ohnehin schon schmalen Straße sei es seiner Meinung nach dann nicht mehr möglich, zwei Autos gleichzeitig passieren zu lassen.

40 Bürger machten beim Infoabend ihrem Ärger über das Neubaugebiet Am Hommelshof Luft. Foto: Jürgen Körting

Nach etwa zehn Minuten des Vorstellens des Baubauungsplans begann auch schon die Fragerunde, in der Bürger Einwände äußern konnten. Die Frustration beider Seiten wurde schnell deutlich. Argument seitens der Stadt Korschenbroich für das geplante Baugebiet war, dass die enge Bebauung des Areals mehr bezahlbaren Wohnraum schaffen könne. Die Lage Am Hommelshof verfüge über eine gute Infrastruktur.

Die Korschenbroicher konnte das jedoch nicht überzeugen. „Das ist kein gesundes Wachstum“, so einer der Anwesenden. „Die Kindergärten, Schulen und Sportvereine sind jetzt schon überlaufen, es fehlt an Lehrern und Erziehern. Was soll so ein künstliches Wachstum an einer Stelle bringen, wenn die Stadt so viel Baugebiet hat?“ Viele Anwohner waren sich außerdem einig, dass sie ihre Grundstücke damals nicht gekauft hätten, hätten sie gewusst, dass der Bauplan auf diese Weise überarbeitet werden soll.

Doch insbesondere der Sicherheitsaspekt war für die meisten Anwesenden ein wichtiges Argument gegen die Pläne der Stadt. „Wenn hier 15 neue Familien mit Autos einziehen, können Kinder nicht mehr einfach draußen spielen. Die sowieso schon enge Straße wird zugeparkt sein. Was wird sein, wenn mal ein Notfall passiert? Wir kommen schon jetzt kaum aus unseren Ausfahrten heraus, wie soll uns ein Rettungswagen oder die Polizei im Ernstfall erreichen?“

Die Bewohner sammelten bereits Unterschriften gegen das geplante Baugebiet, 95 Prozent von ihnen waren gegen den Plan. Vom 30. November bis zum 14. Dezember haben die Korschenbroicher nun Zeit, im Amt für Stadtentwicklung, Planung und Denkmalpflege eine Stellungnahme zum Beubauungsplan abzugeben. Diese wird danach dem Planungsausschuss vorgelegt, welcher dann über den weiteren Ablauf entscheidet.

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