Korschenbroich: Blick durch Fenster von Annette Konschak

Ausstellung in der Niederrheinklinik : Ein Blick durch Fenster von Annette Konschak

So ähnlich kann man sich das Paradies vorstellen: Annette Konschak zeigt jetzt in der Niederrhein-Klinik Bilder aus einer Welt, in der das Schlechte, Düstere nicht vorkommt. Im Mittelpunkt steht eine Auswahl von Arbeiten im Trompe-L“oeill-Stil: Die 53-Jährige suggeriert mit ihrer Malerei den Blick durch ein Fenster.

Man weicht dem Fensterrahmen unwillkürlich aus, weil er in den Raum hineinzuragen scheint. Dabei ist er nur gemalt. Draußen scheinen sehr unterschiedliche, aber durchweg sehr einladende Landschaften auf den Betrachter zu warten. Doch erstmal einige Infos zur Künstlerin, die jetzt in der Niederrhein-Klinik ihre erste große Einzelausstellung hat.

Sie lebt in Duisburg, wuchs aber in Krefeld auf. In Mönchengladbach absolvierte sie ein Studium der Textil- und Bekleidungstechnik. Annette Konschak sollte später auch Entwürfe und Muster gestalten. Was auffällt: Wege bilden oft das Herzstück ihrer Bilder. Beim Malen ist für sie der Weg das Ziel. „Ich möchte mit meinen Bildern eine positive Grundstimmung vermitteln“, sagt die Künstlerin. Man muss anerkennen, dass sie dieses Ziel eindeutig erreicht hat. Vor dem Hintergrund ihrer während des Studiums und ihrer im Berufsleben gesammelten Erfahrungen verwundert es nicht, dass die Farbkombinationen stimmig sind. Nein, Angst vor Farben hat die 53-Jährige nicht und sie schafft es, dass ihre Bilder dennoch nicht kitschig wirken. Stattdessen strahlen sie Vitalität und Lebensfreude aus. Und sie sind auch ziemlich stimmungsvoll.

Ein kleines Meisterwerk ist zum Beispiel das Herbstbild, auf dem ein Weg durch einen Wald zu sehen ist. Diese Acrylarbeit strahlt sowohl Kraft, als auch Ruhe aus und ist ein echter Hingucker – und mit unter 300 Euro auch erschwinglich. Fenster und Torbogen mit etwas sehr Erstrebenswertem dahinter: Annette Konschak möchte nicht, dass in diese Motive zu viel hineininterpretiert wird: Sie sind das, was sie auf den ersten Blick zu sein scheinen – nicht mehr, nicht weniger.

Obwohl es diesen Begriff in der Kunstgeschichte sicher nicht gibt: Es sind Gute-Laune- und Sehnsuchtsbilder, die noch bis zum 8. Oktober in der Niederrhein-Klinik zu sehen sind. Und deshalb passen sie auch so gut in eine Klinik. Zunächst fällt den Betrachter auf, dass auf den Landschaftsbildern keine Menschen zu sehen sind. Aber dann sind da doch drei Frauen, Frauen in Bewegung und in tollen Kleidern – und auch diese Herausforderung hat Annette Konschak hervorragend gemeistert.

Mehr von RP ONLINE