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Korschenbroich: Beleuchtung für Marienkapelle in Pesch ist jetzt in Betrieb

Illumination eingeweiht : Marienkapelle im neuen Licht

Spenden zur Beisetzung von Renate Deuss machten die neue Beleuchtung möglich.

Zu Lebzeiten trug Renate Deuss den Angehörigen ihr Vermächtnis auf: Statt Blumen und Kränze wünschte sie sich zur eigenen Beerdigung eine Spende für die Marienkapelle. Als die Pescherin im April 2018 starb, hielt die Familie den Wunsch in Ehren, und die Trauergäste gaben großzügig. In Absprache mit dem Witwer Johannes Deuss sowie seinen Töchtern Conny und Martina entschied die Dorfgemeinschaft, den zweckgebundenen Betrag für eine Beleuchtung des Backsteinbaus mit neugotischer Ausstattung einzusetzen.

„Wenn ich nach der Arbeit an der Kapelle vorbeifahre, weiß ich, dass ich wieder zuhause bin. Ich freue mich, dass die Beleuchtung noch vor der Adventszeit realisiert werden konnte, da sie natürlich in den dunklen Monaten besonders intensiv wahrgenommen wird“, bekannte Holger Brüggen, stellvertretender Vorsitzender der Dorfgemeinschaft, während der Feierstunde an der Kapelle.

Vorsitzender Thomas Türks betonte, dass die Kapelle ein Stück Heimat und ein Ort des Glaubens sei, der den Grundstein für die spätere Errichtung der Pfarrkirche St. Marien setzte. „Wer weiß, wo die Kirche heute stünde, wenn die Familie Deuss nicht das Grundstück dafür kostenlos zur Verfügung gestellt hätte“, sagte der stellvertretende Bürgermeister Hans-Willi Türks im Dank an die Familie, die über viele Jahre die Traditionsgaststätte Deuss führte. „Eigenleistung ist in Pesch kein Fremdwort“, sagte Hans-Willi Türks, der den Einsatz der Pescher beim Bau ihrer Kirche und nun bei der Beleuchtung hervorhob.

Pfarrer Marc Zimmermann hatte recherchiert, dass am gleichen Ort schon einmal eine ältere Kapelle gestanden hatte, die etwa um 1500 errichtet worden war. Als der Vorgängerbau im 19. Jahrhundert baufällig wurde, gründete sich ein Kapellenbauverein. 1903 schließlich wurde das kleine Gotteshaus errichtet, wie es sich heute darstellt. Der Altar im Inneren ist der Familie Schipperges aus Kleinenbroich zu verdanken, erzählte Helga Welters. In den Marienmonaten Mai und Oktober lädt sie zu Rosenkranzandachten in die Marienkapelle ein.