Korschenbroich: Korschenbroich bejubelt die Radprofis

Korschenbroich: Korschenbroich bejubelt die Radprofis

Viele Tausend Besucher verfolgten das Spektakel vom Rand der Rennstrecke aus. Die "Werbekarawane" wurde vielen Erwartungen nicht gerecht. Trotzdem herrschte ausgelassene Party-Stimmung. Ex-Radprofi Jan Ullrich war der Stargast.

Ausnahmezustand in Korschenbroich: Die Radprofis der Tour de France durchquerten gestern um kurz nach 14 Uhr das Stadtgebiet bei der zweiten Etappe des Rennens, die sie von Düsseldorf ins belgische Lüttich führte. Viele Tausend Besucher verfolgten das Spektakel vom Rand der Landstraße 381 aus, die die Stadt für fast sechs Stunden in zwei Hälften teilte. Bereits Stunden vorher fieberten Zuschauermassen in Kleinenbroich und Korschenbroich den Spitzensportlern entgegen; die Stimmung war vergleichbar mit der, die auch bei den Karnevalsumzügen herrscht.

Besuch aus Kolumbien: Diese Gruppe feuerte an der Friedrich-Ebert-Straße die sieben Kolumbianer an, die mitfuhren. Foto: Kandzorra Christian

Ausgelassen jubelten die Zuschauer aber zunächst der "Werbekarawane" entgegen, die mit einem Hupkonzert das Sportereignis einläutete und die Vorfreude noch einmal mächtig steigerte. Doch dann, ausgerechnet kurz bevor das Fahrerfeld ansauste, fing es an zu regnen. Die Begeisterung konnte das aber nicht schmälern - die Korschenbroicher nahmen's gelassen. "Da haben wir wirklich Pech gehabt. Aber es war ein Erlebnis, die Tour de France einmal durch die eigene Heimat fahren zu sehen", resümierte Zuschauerin Caroline Podleschka nach der Durchfahrt der 196 Radprofis. Das Warten habe sich gelohnt, auch wenn die Sportler aufgrund ihres Tempos nur wenige Sekunden zu sehen waren.

Stieß mit einigen Freunden an: Schützenpräsident Peter Schlösser (l.). Foto: Horst Thoren
  • Fotos : Tour de France: Jan Ullrich in Korschenbroich

Mindestens genauso schnell zischte auch die "Werbekarawane" mit etlichen Begleitfahrzeugen durch die Stadt. Viele Sponsoren-Teams samt DJs begrüßten die Besucher auf Französisch oder Englisch und überzeugten mit außergewöhnlich gestalteten Fahrzeugen. Die schnelle Geschwindigkeit der "Karawane" allerdings sorgte bei einigen ebenso für Enttäuschung wie die Tatsache, dass nur vereinzelt Werbeartikel in die Menge geworfen wurden. Doch den meisten kam es eher auf das Party-Gefühl an. So ging es auch einer Gruppe Korschenbroicher mit kolumbianischen Wurzeln, die an der Rennstrecke mit Fahnen und Plakaten winkten. In Bahnhofsnähe baute eine Gruppe um Dominique Müllejans sogar ein Buffet mit Spezialitäten aus Korschenbroich und Frankreich auf. Dazu gehörten Altbier und eingelegte Gurken auf der einen sowie Wein, Käse und Baguettes auf der anderen Seite. "Das ist die einmalige Chance, die Tour hier bei uns zu erleben", sagte Müllejans.

Ex-Radprofi Jan Ullrich stellte sich den Fragen von Moderatorin Birgit Wilms. Foto: Kandzorra Christian

Ein Stargast in Korschenbroich: der ehemalige Radprofi und Tour-de-France-Sieger Jan Ullrich. Er sah die "Tour" gestern zum ersten Mal als Live-Zuschauer und stellte sich später in der City den Fragen der Moderatorin Birgit Wilms. "Ich habe mich extra für den zweiten Tag der ,Tour' entschieden, weil meine Tochter am 1. Juli Geburtstag hatte. Der Tag gehört der Familie", sagte er am Rande der Veranstaltung, die Bürgermeister Marc Venten als ein für Korschenbroich "historisches Sportereignis" bezeichnete. Mit dabei waren auch die Bürgermeister der Korschenbroicher Partnerstädte Carbonne (Frankreich) und Schorfheide (Brandenburg). Während der Sperrungen kam es im Stadtgebiets zu teils langen Staus, die sich am Nachmittag auflösten.

"Allez, allez, allez!" Hunderte schauten sich die "Werbekarawane" in der Nähe des Bahnhofs in Korschenbroich an. Foto: Kandzorra Christian
(cka)