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Korschenbroich: Baumängel durch Deutsche Glasfaser ärgern Anwohner

Nach Tiefbauarbeiten in Korschenbroich : Baumängel durch Deutsche Glasfaser ärgern Anwohner

Nach den Tiefbauarbeiten schließt die Deutsche Glasfaser Straßen und Gehwege zunächst nur provisorisch, zurück bleiben Risse und Stolperfallen. Korschenbroichs Bürger vermissen Informationen, wo und wie noch nachgebessert wird.

Risse und Absplitterungen in Gehwegplatten, notdürftig geflickte Straßenbelege und Beschädigungen oder Verschmutzungen an Privatbesitz: Die Liste der Beschwerden an der Arbeit der Deutschen Glasfaser ist lang. Der Glasfaser-Ausbau beschert den Korschenbroichern derzeit nicht nur schnelleres Internet, sondern auch Ärger vor der eigenen Haustür.

 Der Korschenbroicher Ulrich Suberg zeigt einen beschädigten Straßenzug nach den Tiefbauarbeiten der Deutschen Glasfaser.
Der Korschenbroicher Ulrich Suberg zeigt einen beschädigten Straßenzug nach den Tiefbauarbeiten der Deutschen Glasfaser. Foto: Bauch, Jana (jaba)

„Die Wiederherstellung der Gehwege ist größtenteils von sehr schlechter Qualität. Überall stößt man auf Stolperfallen. Für Menschen, die nicht mehr ganz so sicher auf den Beinen sind, ist dies ein unzumutbarer Zustand“, sagt Ulrich Suberg, der an der Bleichstraße wohnt. Nicht weit davon entfernt ist Friedhelm Pauen zu Hause. „Es sind zum Teil zwei bis drei Zentimeter lange Risse in den Gehwegplatten, das ist nicht professionell gemacht“, beklagt der Korschenbroicher.

Für die Deutsche Glasfaser sind solche Reaktionen nicht neu – sie ergeben sich fast zwangsläufig angesichts ihres Arbeitsablaufs. „Nach den Tiefbauarbeiten werden die Straßen und Gehwege zunächst nur provisorisch geschlossen. Erst nach der Abnahme der Stadt kümmert sich unser Generalunternehmer um die Wiederherstellung der Oberfläche. Und es ist unser Anspruch, sie mindestens genauso gut wie vorher wiederherzustellen“, erklärt Dennis Slobodian, Referent in der Abteilung Unternehmenskommunikation der Deutschen Glasfaser, auf Nachfrage unserer Redaktion.

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Auch der Beigeordnete der Stadt Korschen­broich, Georg Onkelbach, betont, dass die Arbeiten im Stadtgebiet nicht beendet sind: „In den Ortsteilen Pesch, Herrenshoff und Korschenbroich sind noch keine Abnahmen von der Stadt durchgeführt worden.“ Mitarbeiter des Tiefbauamtes kontrollierten täglich die Baustellen, zudem habe die Stadt in der Vergangenheit bereits eingegriffen und schon häufiger keine neuen Genehmigungen für Straßenaufbrüche erteilt. „Das hat dann auch Wirkung gezeigt“, fügt Onkelbach hinzu. Viele Bürger fühlen sich indes über die Arbeitsabläufe schlecht informiert.

„Es gab im Vorfeld eine Postwurfsendung der Deutschen Glasfaser. Da stand dann drin, dass wir nächste Woche unsere Einfahrt nicht nutzen können“, sagt Suberg. „Ich konnte niemanden fragen, ein Bauleiter war nicht vor Ort, und viele Arbeiter haben mich nicht verstanden“, sagt Pauen. Vom Bauinformationsbüro des Unternehmens an der Sebastianusstraße 1 hätten beide zunächst nichts gewusst. Dieses Büro schließt laut Slobodian allerdings auch zum 26. Juni und hat deswegen nur noch am kommenden Dienstag von 10 bis 13 Uhr und von 14 bis 18 Uhr geöffnet. Ansonsten könnten Fragen über die Telefon-Hotline (02861 89060940) beantwortet werden.

Und wer einen Schaden zu melden habe – Suberg berichtet beispielsweise von Ölflecken durch Maschinen in der Einfahrt – müsse ein Schadensprotokoll im Servicebereich der Internetseite des Unternehmens ausfüllen. „Dann wird der Fall geprüft. Sollte der Schaden durch die Deutsche Glasfaser entstanden sein, werden die Kosten übernommen“, sagt Slobodian.