Korschenbroich: Bauern zeigen bei Höfetour ihre große Vielfalt

Start bei Korschenbroicher Betrieb : Bauern zeigen am Höfetag ihre große Vielfalt

Bei der Höfetour der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach konnten die Gäste am Sonntag mit dem Rad vier Landwirtschaftsbetriebe besuchen. Dabei erfuhren sie Details zu Maschinen, Ackerbau und urbanes Gärtnern.

Die ganze Vielfalt der Landwirtschaft im Rhein-Kreis Neuss und in der Stadt Mönchengladbach stand am Sonntag im Mittelpunkt der Höfetour 2019. „Wir machen das seit sieben Jahren“, sagte Kreislandwirtin Juliane Wahode. „Jedes Jahr wird das in einer anderen Gemeinde angeboten. Dann sind vier bis sechs Betriebe bereit, diesen Tag zu gestalten. Die einzelnen Stationen sollen mit dem Fahrrad angefahren werden.“ So war esnun auch bei der von der Kreisbauernschaft Neuss-Mönchengladbach organisierten Höfetour.

Rund 20 Kilometer waren mit dem Rad zurückzulegen, vier Höfe wurden besucht, bevor die Radler wieder am Startpunkt ankamen. Der war beim Ackerbau- und Pensionspferdebetrieb der Gebrüder Franzen in Korschenbroich. Dort begann um 9.30 Uhr ein Wortgottesdienst in der Reithalle, dem sich ein Frühstück anschloss. Dann durften sich die Besucher auf dem Hof umschauen und zum Beispiel bei diversen Traktoren die modernen Helfer der Landwirtschaft kennenlernen. „Die Besucher erleben die Landwirtschaft so, wie sie auf den Höfen stattfindet“, sagte Wahode. Wer zum Beispiel einen Ackerbaubetrieb habe, könne zeigen, wie er den Acker bearbeite, mit welchen Maschinen das geschehe und was alles angebaut werde.

Warum aber werden solche Tage überhaupt veranstaltet? „Wir sind heute nur noch eine kleine überschaubare Schar in der Bevölkerung und wollen einen solchen Tag nutzen, um uns vorzustellen“, sagte die Kreislandwirtin. Ihr Kollege Wolfgang Wappenschmidt, Vorsitzender der Kreisbauernschaft, ergänzte: „Wir haben in der öffentlichen Debatte immer wieder festgestellt, dass die breite Bevölkerung selbst im ländlichen Raum immer weniger Bezug zur Landwirtschaft hat.“

In den Ortslagen sei die Landwirtschaft praktisch nicht mehr präsent und arbeite auf ausgesiedelten Höfen. „Hinzu kommt, dass die Maschinen immer größer werden. Die Bevölkerung kann sich diese Dinge oft nicht mehr erklären, und sie bekommt oft in der öffentlichen Debatte keine befriedigenden Antworten“, sagte Wappenschmidt. „Und genau das wollen wir mit der Realität in Einklang bringen, daher die Idee zu den Höfetouren.“

Am Sonntag ging es vom Hof der Gebrüder Franzen per Rad durch die rheinische Kulturlandschaft weiter zum Mönchengladbacher Lenßenhof, auf dem Bioland-Gemüse angebaut wird. Dort gab es Hof- und Feldführungen, zudem wurde der Kreislauf im ökologischen Landbau erläutert. Ein paar Kilometer weiter war Gartenbau Lessmann an der Mülforter Straße das Ziel. Dort ging es um urbanes Gärtnern mit einem Einblick in die Produktion von Beet- und Balkonpflanzen. Zuletzt besuchten die Radler den Birkshof in Schelsen, der eine Fahrt mit dem Obstexpress durch die Anlagen anbot und alles über seine wichtigste Mitarbeiterin erzählte: die Biene. Und niemand blieb hungrig zurück: Es gab Reibekuchen mit Apfelkompott aus eigenen Äpfeln in Schelsen, Rhabarber bei Gartenbau Lessmann, Gemüsepfannen aus eigener Ernte auf dem Lenßenhof und Wurst vom Schwenkgrill bei den Gebrüdern Franzen.

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