Korschenbroich Baggersee

In Kleinenbroich: Ertragreicher Baggersee wird der Natur zurückgegeben

Als Borussia Mönchengladbach das neue Stadion im Nordpark baute, kam der Beton dafür aus einem Baggersee in Kleinenbroich. Doch nun werden dort keine Sande und kein Kiese mehr geschürft, denn das Lager ist leer.

Gestern übergaben Andreas Richter und Jens Rathgeb vom Unternehmen Holcim Beton und Zuschlagstoffe GmbH den See an Bürgermeister Marc Venten. Denn 1968 hatte ein Vorgängerunternehmen mit der damaligen Gemeindeverwaltung einen Schürfungsvertrag geschlossen. 50 Jahre später ist die Holzim GmbH zuständig.

„Wir haben vor einigen Monaten mit der Rekultivierung des Geländes begonnen“, erläuterte Andreas Richter. Die Planung geschah bei Holcim, die Ausführung übernahm ein niederländisches Unternehmen. Entstanden ist ein See mit einer großen Insel, die ebenso wie das gesamte Gelände ausschließlich der Natur überlassen bleibt. Vor allem Vögel sollen dort ungestört ihre Nester bauen. Nahrung finden sie genug, auch Fische leben im See.

„Die hat unser Verein ausgesetzt“, sagte Helmut Leutenant vom Angelverein Pferdsbroich, der mit seinem 230 Mitglieder zählenden Verein schon in den vergangenen Jahren den See betreut hat. Die Wasserqualität wird immer wieder überprüft. „Sie ist ausgezeichnet“, freute sich Leutenant, der damit auch bestätigte, dass es Barsch, Karpfen und dem Zander im See gut geht.

Inzwischen ist viel Platz im Gewässer. „Wir haben hier pro Jahr 300.000 Tonnen Sande und Kies produziert“, sagte Jens Rathgeb. Daraus entsteht im eigenen Werk oder bei Dritten Beton, der überall gebraucht wird: bei Brücken, Häusern und dem Stadion. Am Bedarf ändert sich auch mit der Aufgabe des Sees in Kleinenbroich nichts. Jedes Jahr werden allein in der Region 1,8 Millionen Kubikmeter Beton benötigt. Jens Rathgeb vertritt ein weltweit tätiges Unternehmen mit 88.000 Mitarbeitern. Zuständig ist er für NRW und Hessen, zehn Standorte habe die Holzim GmbH dort. In der näheren Umgebung seien nun nur noch Baggerseen „in Kaarst und Willich aktiv. Unsere größte Aufgabe ist die Rohstoffgewinnung“, sagte Rathgeb, Und das sei bei Genehmigungsverfahren, die zwölf Jahre dauern, nicht einfach.

Der See in Kleinenbroich war ertragreich für das Unternehmen. Es hat sich daher auch die Rekultivierung des Sees etwas kosten lassen: 320.000 Euro wurden für die Rekultivierung ausgegeben.