Korschenbroich: Ausstellung Malmomente in der Niederrhein-Klinik

Kunst in Korschenbroich : "Malmomente" zeigen Bilder mit viel Natur und Heimatliebe

Die Korschenbroicher Künstlerin Marina Lörwald präsentiert die Arbeiten von 16 Malschülern in einer Ausstellung in der Niederrhein-Klinik.

Die Welt ist bunt und schön. Diesen Eindruck vermittelt die aktuelle Ausstellung in der Niederrhein-Klinik an der Regentenstraße. Die Korschenbroicher Künstlerin Marina Lörwald präsentiert die Arbeiten von 16 Malschülern, außerdem ist ihr Ehemann Reinhard mit einigen Bildern vertreten. „Malmomente 4“: Der Titel der Ausstellung verrät, dass Marina Lörwald bereits zum vierten Mal im Foyer der Niederrhein-Klinik ausstellt.

Carla M. Ferreira (48) arbeitet beim portugiesischen Konsulat. Obwohl sie erst seit gut einem Jahr Mal- und Zeichenunterricht bei Marina Lörwald nimmt, können sich ihre Bilder sehen lassen. Zwei zeigen ihr Heimatland von seiner schönsten Seite. Aber die 48-Jährige kann auch anders, wie ihre Bleistiftzeichnung mit einem sehr weiblichen Motiv, einer Handtasche beweist. Das Bild trägt den ironisch-witzigen Titel „Kleintransporter“. „Sie hat auf jeden Fall Talent“, sagt Marina Lörwald über ihre Schülerin – und sie ist bei weitem nicht die Einzige, die dafür sorgt, dass die Ausstellung ein hohes Niveau hat.

Marina Lörwald zeigt unter anderem eine Arbeit, die Rätsel aufgibt: Die Menschen sind schemenhaft dargestellt, der Raum ist nicht klar definierbar, er scheint in einen Tunnel überzugehen, das Kunstlicht wirkt irritierend. Ehemann Reinhard Lörwald hat sechs bekannte Platten-Cover aufgefrischt. Sie sind auf Anhieb zu erkennen, weisen aber bei genauerem Hinsehen schon Modifikationen auf. Was bei den Bildern der Schüler auffällt: Die gegenständliche Malerei überwiegt, sie wurde oft gewürzt mit einer gewissen Pfiffigkeit. Ein Beispiel hierfür ist das Bild „Rendezvous“ von Susanne Koerper: Zwei Senioren, ein Mann und eine Frau, stehen sich am Strand gegenüber. Die Harmonie ist so groß, dass die Körper mit all ihren Makeln das Gesamtbild nicht trüben können. Martin Hopfenmüller trägt Farben in Schichten auf und kratzt sie anschließend weg, damit aus den Farbschichten Bilder entstehen können. Elke Flock´s Bilder strahlen Talent und Können aus: Ihr Hundebild ist bis ins letzte Detail gelungen.

Viele Malschülerinnen ließen sich von der Natur inspirieren wie Christa Grzymek, die ihren „Spaziergang an der Niers“ zeigt. Barbara Westen präsentiert ihr Heimatland Polen, Ingrid Desch malte ihr Wald-Bild in Grautönen. Aquarelle müssen nicht zwingend Landschaften widerspiegeln: Sabine Dunkler nannte ihre abstrakte Arbeit „Hühnergötter“. Die Ausstellung ist noch bis zum 5. Dezember zu sehen.

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