1. NRW
  2. Städte
  3. Korschenbroich

Korschenbroich: Ausschuss lehnt Bebauung des Kapellengrundstücks in Raderbroich ab

Einstimmige Entscheidung im Korschenbroicher Ausschuss : Kapellengrundstück darf nicht bebaut werden

Der Ausschuss für Stadtentwicklung und Denkmalpflege hat den Plan für eine Wohnhausbebauung auf dem Kapellengrundstück abgelehnt. Der Eigentümer strebt nun eine Normenkontrollklage an. Und offenbar gibt es viele Missverständnisse.

Das sogenannte Kapellengrundstück in Raderbroich darf nicht bebaut werden. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, Planung und Denkmalpflege hat den Bau eines Wohnhauses dort einstimmig abgelehnt. Kein Verständnis für diese Entscheidung hat der Eigentümer des 1000 Quadratmeter großen Kapellen-Grundstücks Peter Hoeren. „Das ist mein Grundstück und auch meine Kapelle, die vor Jahren mein Großvater Peter Hoeren bauen ließ. Mein Vater Matthias hat die Kapelle später dem Kapellenverein zur Nutzung freigegeben. Die Kosten für die Unterhaltung trage ich.“

Es scheint eine Menge von Missverständnissen um diesen Plan zu geben. Die Bürger von Raderbroich sind gegen die Bebauung in direkter Nähe der Kapelle, weil sie den dörflichen Charakter zerstöre. Ein Argument, dem sich die Parteien am Donnerstag anschlossen.

Von einem unsinnigen Vorhaben, dort ein Zwei-Familienhaus zu bauen, sprach in der öffentlichen Sitzung Reinhard Metztrop: „Wir in Raderbroich wollen unseren dörflichen Charakter behalten. Dieses Konzept passt nicht, es sieht verschandelt aus“, sagte er in seiner Anhörung. In diesen Sätzen steckt wohl der Ansatzpunkt für ein Missverständnis, denn Peter Hoeren hat nach eigener Aussage nicht vor, ein großes Haus zu bauen. „Mein – dem Bauamt vorgelegter Plan – sah zunächst den Bau eines Bungalows vor. Dem Vorschlag aus dem Bauamt, ein Dach aufzusetzen, um so das kleine Haus, das ich eventuell selbst bewohnen möchte, der Gestaltung unserer Kapelle anzupassen, bin ich in meinem Plan gefolgt. Dabei habe ich immer gesagt, dass es sich um ein kleines Einfamilienhaus mit 120 Quadratmetern Wohnfläche handelt. Woher die Gerüchte um ein Mehrfamilienhaus kommen, weiß ich nicht.“

  • Sein Schicksal bewegt viele Menschen in
    Kommentar zum Kreuzherrenplatz : Eine schwere Entscheidung
  • Das Areal in der Nähe des
    Bebauung von Freiflächen in Düsseldorf : Planung für Generationen-Campus
  • Die US-amerikanische Schriftstellerin Donna Leon.⇥Foto: Sebastian
    Donna Leon über ihren neuen Brunetti-Roman : „Wir hören nie auf, uns zu verändern“

Dazu kommt, dass Peter Hoeren gleichzeitig auch die Kapelle verschönern lassen wollte. „Warum sind die Leute dagegen“, fragt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Doch die einstimmige Entscheidung ist gefallen: „Es darf nicht gebaut werden.“ Akzeptieren will Peter Hoeren den Beschluss nicht und strebt eine Normenkontrollklage an. Eine Prozessart, bei der er die Gültigkeit dieser Entscheidung gerichtlich überprüfen lassen will. Die Kapelle, so Peter Hoeren, steht dem Kapellenverein weiterhin zur Verfügung, doch den Nutzungsvertrag hat er erstmal gekündigt.

Ebenfalls unter dem Aspekt, den dörflichen Charakter Raderbroichs nicht zu verletzen, stand die geplante Bebauung der Hofgrundstücke. Hier hatte Max Heinrichs, Eigentümer des Hofgrundstücks 133, zunächst Politikern und Verwaltung ein erstes Konzept vorgelegt. Nun liegt ein geänderter Entwurf seines Nachbarn vor. Sauer reagierte Max Heinrichs über diesen Entwurf: „Sollte das so gewollt sein, werden wir ebenfalls ein anderes Konzept erstellen.“ Laut Vorschlag von Dieter Hoffmans, Leiter des Amtes Stadtplanung und Bauordnung, ist es möglich, über den vorliegenden Entwurf zu diskutieren.

Interessant der Tätigkeitsbericht des Denkmalbeauftragten Günter Thoren. Er hat festgestellt, dass in Korschenbroich noch einiges in Sachen Denkmalpflege und Denkmalschutz passieren muss. „Wir sind zwar auf einem guten Weg, aber noch nicht weit genug“, erklärte er. Festgestellt hat Thoren dies bei einem von ihm persönlich vorgenommen Vergleich mit der Stadt Willich. „Wir müssen dranbleiben“ warnte er.

Weiteren Diskussionsbedarf, so stellte Ausschussvorsitzender Hans-Willi Türks fest, gibt es zum Thema Gewerbegebiet Glehner Heide. „Auf lange Sicht ist dieser Bereich das letzte Gewerbegebiet, das uns zur Verfügung steht“, erklärte dazu Beigeordneter Georg Onkelbach.

Zum Hintergrund: Die Stadt benötigt Geld für Investitionen. Eine solide Basis bietet die Gewerbesteuer und dafür sind Gewerbegebiete wichtig, weil über die Gewerbesteuer Geld generiert werden kann. Änderungen für das Gewerbegebiet Glehner Heide, so der Beschluss, werden weiterhin gemeinsam besprochen.