Korschenbroich: Ausschuss für Verkehr berät über Schützen-Ampelmännchen

Vorschlag der Bruderschaften aus Korschenbroich : Schützen beantragen Ampelmännchen

Die beiden Korschenbroicher Bruderschaften und Bezirksbundesmeister Horst Thoren haben einen Antrag bei Bürgermeister Marc Venten eingereicht. Darin schlagen sie vier Standorte für die Lichtzeichen mit Lokalkolorit vor.

In Duisburg gibt es seit Mitte Oktober in der Nähe des Zoos eine Fußgängerampel, die statt der normalen Ampelmännchen Bergleute zeigt. Sie sollen nach dem baldigen Ende des Bergbaus an die Tradition des Ruhrgebiets erinnern. In Augsburg zeigt eine Fußgängerampel in der Nähe der Puppenkiste, wenn sie auf Grün springt, einen Kasperle. In Trier ist an zwei Fußgängerampeln Karl Marx zu sehen und in Wesel weisen Esel den Weg als Motiv auf Fußgängerampeln. Lokalkolorit ist gerade voll im Trend, wenn es um Sinnbilder an Ampeln geht. Das haben auch die Korschenbroicher Schützen erkannt. In einem Brief an Bürgermeister Marc Venten, den Bezirksbundesmeister Horst Thoren für die Schützenfreunde Peter Schlösser, Ralf Heinrichs und Josef Cremer im Namen der Korschenbroicher Bruderschaften verfasst hat, beantragen die Schützen nun für vier Stellen im Stadtgebiet Ampelmännchen im Schützenlook. Der Antrag wird Bestandteil des Verkehrsausschuss am Dienstag, 4. Dezember, sein.

"Wir wünschen uns solche Ampelmännchen an zentraler Stelle in Korschenbroich. Dort feiern wir Unges Pengste und dort würde es gut passen", sagt Peter Schlösser, der Präsident der St. Sebastianus Bruderschaft. Im Antrag an den Bürgermeister schlagen die beiden Bruderschaften den Matthias-Hoeren-Platz, die Hindenburgstraße, die Regentenstraße und die Rheydter Straße als mögliche Standorte für Schützenampelmännchen vor. "die Schützen in Korschenbroich stehen für Freude und Zusammenhalt. Wenn sich die Schützen bei Festzug und Parade "in Bewegung setzen", ist das Ausdruck von Gemeinschaft. Das würden wir gern auch öffentlich zum Ausdruck bringen" heißt es in dem Antrag der Schützen.

Die Journalistin Birgitta Ronge hat bereits zwei Entwürfe für die Ampelmännchen gezeichnet. Steht die Fußgängerampel auf Rot, ist ein stehender Schütze zu sehen. Schlägt sie auf Grün um, zeigt die Ampel einen marschierenden Schützen mit Gewehr. "Diese Marscherlaubnis an der Ampel hätte Bezug zum Brauchtum und zum Selbstverständnis der Korschenbroicher. Sie wäre auch einzigartig in Deutschland, schreiben die Korschenbroicher Schützen in ihrem Antrag an den Bürgermeister. "Schützen-Verbundenheit dieser Art hat bislang nicht einmal Neuss zum Ausdruck gebracht", heißt es weiter. Wie der zuständige Ausschuss in seiner Sitzung entscheiden wird, bleibt abzuwarten.

Bei Rot soll es an Korschenbroicher Fußgängerampeln künftig "Schütze stillgestanden" heißen. Foto: Birgitta Ronge

Das nordrhein-westfälische Verkehrsministerium hat am 18. Juni in einem Erlass andere Sinnbilder in Ampeln als die üblichen erlaubt, sofern sie begreifbar sind. Dennoch bittet es darum, vorrangig die üblichen Zeichen für Fußgängerampeln zu verwenden. Der Umbau der Ampelanlagen dauert nicht lange, wie Beispiele aus anderen Städten zeigen. Die Kosten halten sich zudem in Grenzen. Weil die Rechtslage jedoch nicht genau geklärt ist, haben sich einige Städte gegen alternative Symbole auf Fußgängerampeln entschieden. Sollten alternative Symbole nämlich falsch verstanden werden und käme es an solchen Stellen zu einem Unfall, haftet die jeweilige Kommune.

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