Korschenbroich: Augenhilfe Afrika ist in Kamerun aktiv

Korschenbroicher Verein : OP-Kampagne dank „Augenhilfe Afrika“

Bei der jüngsten Aktion in Kamerun förderte der Korschenbroicher Verein 399 Untersuchungen, 48 Augenoperationen und 26 maßangefertigte Brillen. Die Vorstandskollegen Franz Thoren und Heinz-Josef Rebig waren vor Ort.

 Die Eindrücke in Kamerun waren vielfältig. Doch eine Begebenheit hat Franz Thoren bis ins Mark getroffen: Ein fünfzehnjähriges Mädchen erwiderte sein Winken – ein Mädchen, das tags zuvor blind war. „Bei den Operationen gab es keine Komplikationen. Es wurden 48 Augen operiert, 399 augenärztliche Untersuchungen durchgeführt und 26 Brillen verteilt, passgenau auf die Dioptrie eingestellt“. So fasst der Vorsitzende der „Augenhilfe Afrika“ stichwortartig das Ergebnis der jüngsten Augenoperations-Kampagne in Ngaoundai zusammen. Mit dem Vorstandskollegen Heinz-Josef-Rebig begleitete Thoren auf eigene Kosten die Kampagne.

Die Kameruner Augenärzte Gilles Kagmeni und Raoul Cheuteu, Freunde und medizinische Partner des aus Schützenkreisen entstandenen Vereins, arbeiteten kostenlos. Ihnen zur Seite stand ein Team von medizinisch-technischen Assistenten. Ngaoundai liegt ziemlich genau in der geographischen Mitte Kameruns. Die Region ist sehr arm. Das außerhalb des Ortes gelegene Krankenhaus „L´hopital Galagala“ hingegen bezeichnen die Korschenbroicher als modernen und bisher besten Kampagnen-Ort in Kamerun.

95 Prozent der Augenoperationen betrafen den Grauen Star. Ansonsten gab es einige Fälle von Grünem Star und wenige außergewöhnliche Augenkrankheiten. Die Augenhilfe trug die anfallenden Kosten in Höhe von 7500 Euro. „Das Teuerste sind die Linsen, die bei einer Katarakt-OP gebraucht werden. Teuer sind ebenso die auf die Sehschwäche eingestellten Brillengläser. Die Gestelle aber bekommen wir von Fachgeschäften geschenkt. In Deutschland sind Brillengestelle ein Modeartikel, der im Folgejahr nicht mehr verkauft wird“, fasst Thoren zusammen.

Augenuntersuchungen und Operationen werden für die Patienten kostenfrei durchgeführt. Sie müssen lediglich einen Selbstanteil für Medikamente leisten. Doch selbst der Preis von umgerechnet 23 Euro bedeutet für manche Patienten eine Hürde. Darum hat der Verein beschlossen, diesen Eigenanteil in Zukunft auf sieben Euro zu senken und die sich dadurch ergebenden Mehrkosten ebenfalls selbst zu tragen. „Wir wollen zumindest einen kleinen Eigenanteil belassen, auch wenn er vielleicht nur zwei oder drei Euro ausmacht, damit für die Patienten der Wert einer Leistung erkennbar ist“, betont Rebig. Die Reise hat ihn und Thoren bestärkt im Wissen, wie wichtig die Vereinsarbeit ist.

Franz Thoren und Heinz-Josef Rebig (r.) von Augenhilfe Afrika. Foto: Ilgner Detlef (ilg)

„In ganz Kamerun gibt es vielleicht 70 Augenärzte, die fast alle ausschließlich in den beiden großen Städten arbeiten. Wegen mangelnder Vorsorge sind beinahe alle älteren Menschen vom Grauen Star betroffen, der in Europa dank der medizinischen Versorgung in dieser Ausprägung nicht zum Tragen kommt“, erklärt Thoren. Es macht ihn betroffen, wenn insbesondere Kindern nicht mehr geholfen werden kann, da der Grüne Star bereits den Sehnerv zerstört hat. „Wir reparieren am Ende der Pipeline“, betont Thoren.

Der Verein plant daher eine Vorsorge vor Ort. Dafür hat er entschieden, eine junge Kamerunerin zur Orthoptistin ausbilden zu lassen, damit sie die Vorsorge von Kleinkindern leisten kann.

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