Korschenbroich: Arbeitsagentur war zu Gast in der Hauptschule

Berufsorientierung in Korschenbroich : Arbeitsagentur wirbt für duale Ausbildung

Die Agentur für Arbeit Mönchengladbach war in der Hauptschule Korschenbroich zu Gast, um über Entwicklungen und Chancen am Ausbildungsmarkt zu berichten. Lohnenswert sei vor allem eine frühzeitige Berufsorientierung.

Sascha Hennen erkannte über einen kleinen Umweg, in welche Richtung es beruflich einmal für ihn gehen soll. Der Neuntklässler machte zunächst ein Praktikum als Mechaniker in einem großen Mönchengladbacher Unternehmen. „Doch mir ist klar geworden, dass ich mehr Spaß am Arbeiten mit dem PC habe, so dass ich nach meinem Abschluss eine Ausbildung zum IT-Systemelektroniker beginnen möchte“, sagte Hennen.

Für Theresa Melz war indes schon immer klar, dass sie Erzieherin werden will. „Ich habe die Praktika genutzt, um verschiedene Bereiche in dem Berufsfeld kennenzulernen. Und mittlerweile habe ich auch einen Ausbildungsplatz in einer Neusser Einrichtung sicher“, sagte die Zehntklässlerin. Der Weg zur Entscheidung bei der Berufswahl mag bei den beiden Schülern der Hauptschule Korschenbroich verschieden gewesen sein, bei beiden jedoch hat eine frühe Orientierung und eine intensive Beratung durch die Agentur für Arbeit Mönchengladbach zum Erfolg geführt.

Bereits seit vielen Jahren pflegen Schule und Arbeitsagentur einen engen Kontakt, weswegen es wohl überlegt war, dass Letztere diesmal in Korschenbroich zu Besuch war, um über Entwicklungen und Chancen am Ausbildungsmarkt zu berichten. „Uns geht es vor allem darum, Reklame für die duale Ausbildung zu machen. Denn diese bietet auch Schülern der Hauptschule hervorragende Chancen“, sagte Angela Schoofs, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Mönchengladbach. Es stecke zu sehr in den Köpfen vieler Leute, dass man nur „etwas Besseres“ werden könne, wenn man länger zur Schule geht. „Doch auch ohne Abitur oder Studium stehen jungen Menschen alle Aufstiegswege offen. Dafür kämpfen wir Seite an Seite mit den Schulen.“

In der Korschenbroicher Hauptschule besteht der enge Kontakt dank Berufsberaterin Petra Houben, die regelmäßig zu Besuch ist. Sie führt ab Ende der achten Klasse erste Gespräche zur Berufsorientierung, bietet Beratungen zu den Praktika an und macht mit den Schülern Bewerbungstraining. „Das Ziel sollte es sein, sich ein Jahr vorher zu bewerben. Denn wer frühzeitig einen Ausbildungsplatz sicher hat, kann sich in der zehnten Klasse voll auf die Schule konzentrieren“, sagte Petra Houben, die auch kurzfristig für eine individuelle Beratung in die Schule kommt. Der Austausch mit Ilona Moosen, die sich an der Hauptschule um das Thema Berufsorientierung kümmert, funktioniert sehr gut.

„Wir wollen den Schülern durch sehr viele Aktionen und Angebote möglichst viele Eindrücke aus der Berufswelt mitgeben. Dass wir dazu in Petra Houben ein für Schüler und Eltern bekanntes Gesicht für die gezielte Beratung hinzuziehen können, ist dabei ganz wichtig“, sagte Ilona Moosen. Auch Schulleiter Robert Ruback schätzt die verlässliche und gute Zusammenarbeit, die von beiden Seiten gepflegt werde.

Zum Ausdruck kommt dies bestensfalls in den Berichten von Schülern, die zufrieden sind mit ihrer Berufswahl. So wie Dominik Stratmann, der eine Ausbildung zum Erzieher machen will. Oder Sabrina Mitscha, die schon immer etwas im Gesundheits-Bereich machen wollte und sich nun bei mehreren Apotheken beworben hat. Oder Sascha Hennen und Theresa Melz, die das Passende für sich gefunden haben – jeder auf seine Weise.

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