Korschenbroich: Albert Richter wird neuer Chef der SPD-Fraktion

Albert Richter wird neuer Fraktionchef im Korschenbroicher Stadtrat : Sozialdemokraten setzen auf Kontinuität

Albert Richter ist der neue Vorsitzende der Korschenbroicher SPD-Ratsfraktion. Der erste stellvertretende Bürgermeister betont die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der CDU und will dennoch eigene Akzente setzen.

Albert Richter wird neuer Fraktionschef der Korschenbroicher Sozialdemokraten. Das teilte die SPD-Ratsfraktion mit. Er tritt damit die Nachfolge von Paul Jahny an, der kürzlich sowohl die Fraktionsführung als auch sein Stadtratsmandat aus gesundheitlichen Gründen aufgegeben hatte. Neue stellvertretende Vorsitzende wird Monika Stevens. Die Ratsfrau aus Herrenshoff wird zudem erste stellvertrende Vorsitzende des Bauausschusses.

Mit Richter tritt der logische Kandidat die Nachfolge von Jahny an. Der 66-Jährige aus Kleinenbroich ist nicht nur erster stellvertretender Bürgermeister, er war bislang auch Jahnys Stellvertreter in der Fraktion. „Der Stadtverband hat mich gebeten den Vorsitz zu übernehmen“, sagt Richter. „Ich habe mir das gut überlegt. Es ging mir darum, innerhalb der Fraktion für Kontinuität zu sorgen.“

Richter muss in den kommenden Monaten einen Spagat vollführen. Zum einen stellt die SPD gemeinsam mit der CDU die Mehrheit im Rat, ist also selbst mit am Ruder. Zum anderen stehen im September 2020 Stadtratswahlen an. Es geht also auch darum den Korschenbroicher Bürgern ein attraktives Wahlangebot zu unterbreiten.

Für den neuen SPD-Fraktionschef ist das kein Widerspruch. „Wir arbeiten mit der CDU sehr vertrauensvoll zusammen“, sagt er. Die Bürger müssten dennoch differenzieren können. „Ohne die SPD würde in der Stadt einiges anders laufen“, sagt Richter. Beispiele nennt er beim Sozialen Wohnungsbau und dem Thema „seniorengerechtes Wohnen“. „Wenn die Bürger glauben, dass das alles der CDU zuzuordnen sei. Dann muss man sagen: nein“, so Richter.

Womit auch schon zwei Schwerpunkte seiner politischen Arbeit genannt werden. Außerdem wolle sich Richter vorrangig für eine verbesserte Straßen- und Gebäudesanierung und die Digitalisierung der Korschenbroicher Schulen einsetzen. Schon im Haushalt für 2020 gebe es da Nachbesserungsbedarf. „Ich glaube, dass wir uns da mit der CDU noch einig werden können“, sagt Richter.

All das sind Themen, für die auch seine neue Stellvertreterin Monika Stevens eintritt. „Wir arbeiten da gut zusammen“, sagt sie. Seit 30 Jahren ist Stevens in der SPD, seit rund anderthalb Jahren im Stadtrat. Zuvor amtierte sie als sachkundige Bürgerin im Bildungs- und Jugendausschuss. „Ich bin jetzt schon einige Jahre dabei“, sagt Stevens. „Und es ist immer noch super spannend, was in einer Stadt alles abläuft.“ Ihre Motivation für die kommende Aufgabe sei absolut vorhanden. Der bisherige Schwerpunkt von Stevens war die Stadtplanung. Ab sofort übernimmt sie neben dem Posten als Fraktions-Vize auch den stellvertretenden Vorsitz im Bauausschuss.

Ähnlich wie Richter sieht Stevens in der gemeinsamen Ratsmehrheit mit der CDU kein Hindernis für einen erfolgreichen Kommunalwahlkampf. „Aus der Opposition heraus kann man ganz gut motzen“, sagt sie. Ihr liege da eher die Sacharbeit.

Bei aller Sachlichkeit. Einen kleinen Seitenhieb kann sich Richter dann doch nicht verkneifen und gibt somit einen kleinen Vorgeschmack auf den kommenden Kommunalwahlkampf. Und der richtet sich nicht etwa gegen die CDU, sondern gegen die Grünen. „Wir hätten ja gerne mit den Grünen gemeinsam was gemacht“, spielt Richter auf eine mögliche gemeinsame Bürgermeisterkandidaten-Suche an. „Aber wie soll das denn gehen, wenn die sich spalten.“

Die neue stellvertretende Fraktionschefin Monika Stevens. Foto: SPD Korschenbroich

Die Kernaussage dahinter ist klar: Die SPD steht für Verlässlichkeit, für konstruktive Sacharbeit und für ihre Kernthemen in der Bau-, Planungs- und Bildungspolitik. Das soll nicht nur Korschenbroich weiterhelfen, sondern auch 2020 die Wähler überzeugen. Wie gut das gelingt, wird das kommende Jahr zeigen.

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