Korschenbroich: Aktive fordert Mobilstation am Bahnhof Kleinenbroich

Am Bahnhof : Die Aktive fordert eine Mobilstation in Kleinenbroich

Die Initiative soll unterschiedliche Mobilitätsformen verknüpfen. Der Bauausschuss vertagte die Entscheidung jedoch.

Dass die Klimadiskussion auch in ländlichen Gemeinden ein Thema ist, wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bau und Verkehr deutlich. Zwar wurden die Anträge der Bürgergemeinschaft Die Aktive in die kommenden Haushaltsberatungen und in das Stadtentwicklungskonzept verwiesen, aber sie wurden zuvor intensiv diskutiert.

Dabei geht es um drei Anträge der Gemeinschaft, die sich mit einer umweltgerechten Mobilität befassen. Gabriele Parting stellte für Die Aktive die einzelnen Punkte vor. Zunächst kam sie auf eine Mobilstation für den Bahnhof in Kleinenbroich zu sprechen. Solchen Stationen sollen Knotenpunkte für verschiedene Mobilitätsformen sein. Beispielsweise sollen Bus, Bahn, Car- oder Bike-Sharing an einem Ort gebündelt werden.  Bis zum 30. September solle die Verwaltung dazu einen Förderantrag bei der Bezirksregierung Düsseldorf für das kommende Jahr einreichen, so die Aktive.

„Das ist ein interessanter Antrag“, sagte Peter Holzenleuchter (CDU). Es seien aber noch erhebliche Fragen zu klären, etwa nach dem Bedarf, den Folgekosten, der Meinung der Bahn. „Im Zuge der Umgestaltung dieses Bahnhofbereiches haben wir Zuschüsse erhalten. Ich möchte nicht, dass wir Gefahr laufen, Zuschüsse zurückerstatten zu müssen.“ Zweimal werde es mit Sicherheit nicht bezuschusst. Die CDU sei der Auffassung, dass dieser Antrag nicht alleine betrachtet werden solle, sondern im Rahmen des Stadtentwicklungskonzeptes.

„Die Voraussetzung dafür, dass man einen Förderantrag stellen kann, ist die Teilnahme an vorherigen Programmgesprächen“, sagte Beigeordneter Georg Onkelbach. Wenn etwa Straßenbaumaßnahmen anstünden, würden die Unterlagen dazu eingereicht und geprüft, ob sie ins Programm passen. „Wenn sie passen, werden daraus die Förderanträge entwickelt.“ Die Programmanträge hätten bis zum 1. Juli da sein müssen. An der jetzigen von Gabriele Parting beantragten Förderung könne sich die Stadt daher nicht beteiligen, aber im nächsten Jahr könne man es machen. „Es geht uns nichts laufen“, so Onkelbach. Man müsse das Thema vorbereiten, etwa auch die Fragen, welche Mobilstation man wolle und ob das in bestehenden Gebäuden möglich sei. Zudem gehörten die Grundstücke rund um den Bahnhof nicht der Stadt. „Der Ansatz dieses Antrags ist richtig, aber es gibt viele Fragen zu klären.“

Wolfgang Houben (Bündnis 90/Die Grünen) sagte, es sei nicht richtig, das Thema in das Stadtentwicklungskonzept zu verschieben. „Das ist eine Politikaufgabe, die jetzt anstehen muss.“ Und: „Das Ganze kann nicht rumliegen, bis das Stadtentwicklungskonzept fertig ist.“

Georg Onkelbach sah das Thema dennoch im Stadtentwicklungskonzept. Es gehe um die Verknüpfung von ÖPNV – großflächig gedacht, kleinteilig zusammengeführt. Es sei nicht verkehrt, dass in die Strategieüberlegungen mit einzubeziehen. Albert Richter (SPD) sagte, Mobilstationen seien auch an anderen Stationen denkbar, etwa an Busstationen. 

Schließlich wurden die Themen der Bürgergemeinschaft in kommende Beratungen verwiesen. Dazu gehören neben dem Thema Mobilstation auch ein Antrag, künftig für die Stadtverwaltung nur noch Pkw mit Elektroantrieb anzuschaffen, sowie ein Antrag, den Bürgerbus unentgeltlich nutzbar zu machen.