Korschenbroich: Adventlicher Markt im Gewölbe vom Lieberger Landgasthaus

Liedberger Landgasthaus : Historischer Gewölbekeller im adventlichen Lichterglanz

Neun Händler boten Dekoratives und Kulinarisches vom alten Porzellan bis zu köstlichen Honigvariationen.

Vor der Tür pochte der typische Nieselregen vom Niederrhein auf sein Recht. Doch im historischen Gewölbekeller unter dem Liedberger Landgasthaus strahlte der Adventsmarkt kuschelige Behaglichkeit aus. Beim Weg über die Stufen in die Tiefe lockte der Duft von frisch gebackenen Waffeln. Neun Händler breiteten auf zwei Ebenen unterhalb der Erde ihr Angebot aus.

Liedbergs Fremdenführer Gerd Busch hatte die Räume über Kerzenlicht in Laternen und Lichterketten warm ausgeleuchtet und bei der Organisation auf ein möglichst breites Sortiment der Anbieter geachtet. Er selbst bot Nikoläuse feil, die er aus alten Orgelpfeifen gefertigt hat. Ein Aufkleber auf der Rückseite informierte über den Herkunftsort.

So gab es im Gewölbekeller viel zu entdecken, um inmitten hübscher Dinge und kulinarischer Leckereien persönliche Favoriten zu finden. Jenny und Hajo Bettin vom Bienenzuchtverein Korschenbroich boten unter ihrem pfiffigen Label „Born to bee wild“ Variationen von Honig sowie selbst gemachten Met und Kerzen aus Bienenwachs an. Zudem informierten sie über die Bestände der hiesigen Bienenvölker und gaben Tipps, wie Hobbygärtner den Insekten Gutes tun können. Ihr Nachbar vom Blumenhaus Fragen hatte seinem Stand mit dekorativen Adventsartikeln eine Reihe von blühenden Christrosen vorgelagert. Zu den besonders begehrten Artikeln zählten gewachste Amaryllis, die – noch knollenartig – sämtliche Nährstoffe gespeichert haben und ohne jeden pflegerischen Aufwand zur prächtigen Blüte emporstreben werden.

Edeltraud Luhnau-Niebisch bot eine Auswahl an Engeln, dekorativen Tellern und Schalen aus ihrer Porzellanmanufaktur an. Da sie eine Puppen- und Teddyklinik führt, wandten sich viele Besucher auch hilfesuchend an sie und vertrauten ihr Lieblinge aus Kindertagen an, um Schäden zu behandeln. „Wir müssen gebrochene Beine schienen, abgekaute Fingernägel und Farben ausbessern“, sagte die Puppendoktorin mit Blick auf eine alte Schildkröt-Puppe mit eingedrückten Augen und spannungslosen Gliedern. Rainer Klein aus Leverkusen bot Unikate von selbst gebauten Stühlen und alte Schätzchen an: Teddys, niedliche Engelsfiguren aus den 1950er Jahren und altes Porzellan bekannter Hersteller. Ein Café bot Sitzgelegenheit, um vielleicht die Waffeln zu genießen oder Kaufentscheidungen zu überdenken.

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