Korschenbroich: 41. Seifenkistenrennen in Liedberg mit Familie Koch

41. Seifenkistenrennen in Korschenbroich : In voller Fahrt durch Liedberg

Der Heimatverein richtet am Sonntag zum 41. Mal das Seifenkistenrennen durch den Ort aus. Familie Koch ist mit drei Wagen am Start.

Ramon Koch weiß ganz genau, wo die entscheidende Stelle auf ihn wartet. „Bei der scharfen Rechtskurve kurz vor dem Ziel darf man nicht zu stark und nicht zu früh bremsen“, sagt der 15-Jährige, der ganz genau weiß, wovon er spricht: Seit 2014 nimmt er jedes Jahr am Seifenkistenrennen in Liedberg teil. Und den Titel als schnellster Liedberger hat er auch schon gewonnen. Bei der 41. Auflage des traditionsreichen Rennens am morgigen Sonntag ist er wieder am Start – genau wie seine Schwester Larissa (17) und Papa Lauritz Koch.

„Wir waren früher schon als Zuschauer immer hier, jetzt wohnen wir auch in Liedberg und sind immer aktiv dabei“, sagt Mutter Andrea Koch, die entlang der Strecke die Daumen drücken wird. Zum Team gehört sie auch so – gut erkennbar durch die einheitlichen blauen Shirts. Bei seiner Premiere 2014 hatte Ramon noch auf einen Wagen der Liedberger Familie Onkelbach zurückgreifen müssen. Der „Oldtimer“ aus dem Jahr 1978 kommt auch am Sonntag wieder zum Einsatz. Mittlerweile ist die Familie aber mit drei Wagen am Start.

„Zunächst habe ich einen Wagen komplett in Marke Eigenbau gefertigt. Im neuesten Modell sind dann schon ein gekaufter Rumpf, spezielle Bremsen und eine komplett neue Technik verbaut“, erklärt Lauritz Koch, der als Kraftfahrzeugmeister in seinem Element ist. Über Pfingsten hat er mit seinem Sohn den dritten Flitzer fertiggestellt, für das Design – ein Mix aus dunkleren Farben auf rotem Grund sowie eine kleine Metallstoßstange – war vor allem Ramon zuständig. Einen kleinen Bremstest auf dem unteren Streckenabschnitt hat die Familie noch gemacht, mehr war nicht drin.

„Beim Rennen herrscht immer eine tolle und kollegiale Atmosphäre. Aber natürlich ist auch sportlicher Ehrgeiz dabei. Letztes Jahr lagen wir nur wenige Zehntel hinter dem Siegerteam aus Steinforth“, sagt Koch. Bei der 40. Auflage hatte er als Erwachsener erstmals mitfahren dürfen, zuvor war das Rennen ausschließlich für Kinder zwischen acht und 16 Jahren bestimmt. „Wir haben das Rennen nun auch für Erwachsene offen gelassen. Unter den etwa 60 Teilnehmern sind aber jetzt weiterhin drei Viertel Kinder“, sagen Ralf Frommen und Michael Benkel vom ausrichtenden Liedberger Heimatverein. Das Seifenkistenrennen sei eine tolle Werbung – sowohl für den Verein als auch für den Ortsteil. Und dafür legen sich die Organisatoren mächtig ins Zeug.

„Die Strecke wird gut durch Strohballen abgesichert sein, zudem haben wir richtige Lichtschranken für die Zeitmessung“, sagt Benkel. 250 Meter misst die Strecke, die mit ihrem Kopfsteinpflaster und dem ordentlichen Gefälle eine unvergleichliche Atmosphäre schafft. Dazu tragen auch die vielen unterschiedlichen Wagen bei, der eine ist nur aus Holz, der andere hat große Legosteine als Rumpf, ein weiterer ist aus einer alten Mülltonne gefertigt. Oben am Start beim Mühlenturm gebe es ein richtiges Fahrerlager, sagt Larissa. Auch sie wird von dort starten und nach einer Linkskurve die Schlossstraße hinuntersausen – bis zur Schlüsselstelle, der finalen Kurve in die Straße „En de Hüll“. Da heißt es dann: bloß nicht zu früh bremsen.

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