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Korschenbroich: 30.000 Euro durch Pfandbons für "Action Medeor"

Hilfe aus Korschenbroich : Pfandbon-Sammlerinnen knacken 30.000-Euro-Marke

Vor vier Jahren initiierten die Freundinnen Marlies Kohlbecher und Marlene Esser ihre Aktion. Seitdem können Edeka-Kunden in Korschenbroich und Kleinenbroich das Medikamentenhilfswerk „Action Medeor“ unterstützen.

Die Beträge für sich sind in den meisten Fällen übersichtlich: Cent- und einstellige Eurobeträge weist das Gros der Pfandbons in den Spendenboxen der Edeka-Märkte Korschenbroich und Kleinenbroich aus. Zusammen aber addieren sich die Kleinstbeträge zum stattlichen Posten von 30.000 Euro. Empfänger ist das Medikamentenhilfswerk „Action Medeor“, und das hilft Menschen, die keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben.

Die Unterstützung durch Leergut-Bons soll weiter gehen. Da sind sich Marlies Kohlbecher und Marlene Esser einig. Die beiden Freundinnen initiierten die Aktion vor vier Jahren, nachdem sie erfahren hatten, dass sich die Arbeit des Medikamentenhilfswerks im Wesentlichen aus Spenden finanziert. Edeka-Chef Gerhard Handick ließ sich überzeugen, die Idee mitzutragen und bestellte umgehend eine Einrichtung für die Spendenbox bei den Pfandflaschenautomaten.   Esser und Kohlbecher leeren regelmäßig die Kästen, lösen die Bons an den Kassen ein und überweisen das Geld an Action Medeor.

“Wenn wir nicht jede Woche kämen, würden die Behälter überlaufen“, sagt Esser. Ein Spendenbarometer informiert über den bisherigen Erfolg und wirkt offensichtlich mit steigendem Betrag zunehmend motivierend. Nachdem die 10.000- Euro-Marke geknackt war, stieg auch die Anzahl der eingeworfenen Bons. Inzwischen kommen pro Woche zwischen 130 und 170 Euro zusammen. Absoluter Rekordhalter ist bisher ein Bon im Wert von 39,31 Euro. „Das war am 21. November 2017“, sagt Esser, die alles protokolliert. Esser rechnet vor, dass Action Medeor schon für 25 Cent 20 Liter sauberes Trinkwasser an choleragefährdete Menschen abgeben und mit einem Euro einem Malaria-Patienten behandeln kann.  

„Da sieht man, mit wie wenig Geld schon geholfen werden kann“, sagt sie. Angesichts der Corona-Krise macht die Pescherin Relationen bewusst: Hier sind die Bürger aufgefordert, besonders auf Hygiene zu achten, und anderswo leben Menschen, die einfach nur froh sind, wenn sie Trinkwasser haben.