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Korschenbroich: Konzert in St. Andreas: Da wackelt sogar der Adventskranz

Korschenbroich : Konzert in St. Andreas: Da wackelt sogar der Adventskranz

Harmonie bestimmte den frühen Abend des vierten Advents. Dieses Prinzip erfuhr beim gemeinsamen Schlusslied mit dem Männerchor Korschenbroich, dem Leverkusener Kinder- und Jugendchor und dem Bläserquintett International Brass symbolhafte Bestätigung: Da sangen die 40 Cäcilien-Sänger das Chorlied "Wenn aus des Himmels Höhen" von Willy de Greif, derweil die Leverkusener gleichzeitig "O du fröhliche" anstimmten - in einer Fusion beider Chorsätze, die das Publikum zum Mitsingen animierte. Schon 20 Minuten vor Konzertbeginn waren fast alle Plätze in St. Andreas besetzt. Schon bei der Begrüßung lud Chorchef Josef Nowak die Besucher, darunter Bürgermeister Marc Venten, zur Nachfeier mit Häppchen ins Pfarrheim ein. Und er erläuterte, wieso der Männerchor erstmals vor dem Altar Aufstellung nahm: "Diese Männer gehören nach vorne."

Die Distanzverkürzung tat dem Gesamtklang in der Kirche gut, deren Akustik eh nicht von starkem Nachhall betroffen ist. Chorleiterin Karin Kreuels-Hülser hatte intensiv mit den Sängern gearbeitet, das bewies gleich der Einstand mit der vierstimmigen Hymne "Tochter Zion" von Händel. Bei der Sauberkeit der Intonation übertraf der Chor sogar das Bläserquintett International Brass, das in Willy Giesens "Er wird herrschen" Unsicherheiten zeigte. Bei "Preiset den Herrn der Welt" begleitete Kantor Martin Sonnen an der Orgel, beim reizvoll harmonisierten Chorsatz "Zündet die Lichter der Freude an" bewies der Chor auch a cappella souveräne Beherrschung von Tongebung und Dynamik. Als danach der Leverkusener Jugendchor unter Leitung von Martin te Laak aufzog, erhielt das Konzert eine auch programmlich besondere Note. Lateinische Motetten von Mendelssohn und aus dem Codex "Piae Cantiones" sorgten für Ahs und Ohs. Vor allem begeisterte "Angel's Carol" von Rutter mit filigran durchbrochener Motivarbeit.

Noch stärker weihnachtlich war der zweite Auftrittsblock der Gastgeber ausgerichtet: Ein Highlight gelang dem Männerchor mit dem fabelhaft interpretierten "Weihnachtsgesang" von Adolphe Adam, wobei Sonnen am E-Piano begleitete und Willy Huppertz (Brass) ein glanzvolles Solo an der Trompete blies. Nur schade, dass kein Klavier mit besserer Klangqualität zur Verfügung stand. Anrührend der Auftritt der auswendig singenden Kinder aus Leverkusen. Hier wechselten sich Martin te Laak und Stimmbildnerin Maike Hiller bei der Leitung ab. Einmal stieß Kirchenmusiker te Laak aus Versehen mit einem Notenpult gegen den von der Decke hängenden Adventskranz. Das quittierten die Korschenbroicher mit Schmunzeln.

Alpenfolklore brachte der Hochneukircher Wilhelm Junker. Das Bläserquartett war das i-Tüpfelchen des abwechslungsreichen Konzerts.

(NGZ)