Kompostierung Korschenbroich: Vom Abfall zum Kompost

Herbstabfall in Korschenbroich: Vom Abfall zum hochwertigen Kompost

Bis zu 50.000 Tonnen Bio- und Grünabfall werden jährlich in der Kompostierungsanlage verwertet. Der Kompost wird zu 99 Prozent in der Landwirtschaft eingesetzt. Der Rhein-Kreis Neuss finanziert die Anlage kostenneutral.

Wenn im Herbst die Blätter fallen, sammeln sich in der Kompostierungsanlage besonders große Mengen organischen Abfalls an. Die Anlage wird auch von Privatleuten gut angenommen, die zehn Euro für eine Kleinanlieferung bezahlen. „Die Böden werden immer humusärmer, und da bietet der Kompost mit seinem hohen Humus-Gehalt einen schönen Ausgleich“, sagt Urban Wahlen über den Kreislauf, bei dem pflanzliche Stoffe zur Ausgangsbasis für neue pflanzliche Stoffe in gut gedüngten Böden werden. Der Produktverantwortliche für den Bereich Abfallwirtschaft im Amt für Umweltschutz bürgt für die Qualität des Komposts. Die wird über entnommene Proben nach den Kriterien des Gütezeichens RAL gemessen. In der Anlage werden Bioabfälle aus braunen Tonnen und gewerbliche Grünabfälle separat kompostiert, da Grünabfälle nicht in einer geschlossenen Anlage kompostiert werden müssen. Steine werden abgesiebt, Papier und Plastik rausgesaugt, weitere Störfaktoren von Hand aussortiert. Für die ausreichende Erhitzung der Kompostmenge werden abhängig von der jahreszeitabhängigen Zusammensetzung Wasser und Luft zugeführt. Im Prozess der Verrottung und Verwertung bilden sich in der Miete Temperaturen von 60 bis 70 Grad und mehr. Das Endprodukt vom Grünkompost ist feinste Erde. „Was die Pflanzen benötigen, ist in diesem Kompost drin. Er ist optimaler Dünger“, sagt Dr. Jürgen Simons, während er eine Handvoll Erde durch die Finger rieseln lässt.

Der Betriebsleiter der Anlage arbeitet für die Reterra Service GmbH, die die Betriebsführung innehat. Eigentümer und Genehmigungsinhaber ist der Rhein-Kreis-Neuss. „Man muss nicht alles selbst machen, was bereits zuvor von privater Seite gut gemacht wurde. Wir wollen als Eigentümer die Steuerung lieber selbst in der Hand behalten“, erklärt Kreisdezernent Karsten Mankowsky. Die Kompostierungsanlage wird über die von Städten und Gemeinden erhobenen Gebühren sowie durch Einnahmen bei Kleinanlieferungen und gewerblichen Grünabfällen finanziert. Der Kompost wird zu 99 Prozent an die regionale Landwirtschaft geliefert. Damit sei allerdings kein Geld zu verdienen. Wegen der aus den Niederlanden angebotenen Gülle sei hier der Kostendruck zu groß, sagt Wahlen.

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Simons hofft, dass nach dem extrem heißen Sommer das Bewusstsein für die wasserspeichernde Qualität des Komposts steigt. Die Kompostierung ist billiger als das Verbrennen von organischen Abfällen, von denen noch zu viele in der grauen Tonne enden. Unterm Strich würde sich für Verbraucher eine konsequente Mülltrennung lohnen. Eine geringere Restmüllmenge trägt zur Kostensenkung der Abfallgebühren bei, betont Sachbearbeiter Dimitri Zaidok. Er sieht Handlungsspielraum, etwa durch das Aufstellen von zusätzlichen Laubbehältern im Herbst. 

„Keiner muss etwas in die Landschaft entsorgen“, betont Mankowski mit Blick auf die im Rhein-Kreis Neuss gegebene Entsorgungssicherheit. Schließlich betont er den Wirtschaftsfaktor, der durch insgesamt 16 Arbeitsplätze gegeben ist. 20 Jahre nach der Inbetriebnahme der Kompositierungsanlage zieht Wahlen positive Bilanz. „Wir können die anfallenden Mengen gut verwerten. Aktuell stehen einige Umbau- und Ersatzmaßnahmen an. Wir sind aber guter Dinge, dass die Anlage noch lange läuft“.

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