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Kommunalwahl in Korschenbroich: So ist der Wahlkampf in der Corona-Krise

Kommunalwahl in Korschenbroich : Wahlkampf in Zeiten der Corona-Pandemie

Wegen der Corona-Krise ist es für die Korschenbroicher Parteien deutlich schwieriger, um Unterstützung zu werben. Einige fahren ihre Planungen deutlich zurück, andere überlegen sich neue Formate. Ein Überblick.

In ziemlich genau einem Monat werden in Korschenbroich ein neuer Stadtrat und ein neuer/alter Bürgermeister gewählt. Der Wahlkampf befindet sich damit traditionell in seiner „heißen Phase“. Doch während sich sonst die Parteien in Veranstaltungsplanungen gegenseitig zu überbieten versuchen, herrscht im Corona-Jahr 2020 noch ungewohnte Ruhe. Wären da nicht Wahlplakate in der Stadt, die Bürger würden nicht viel von der bevorstehenden Wahl merken. Das liegt vor allem an den deutlich reduzierten Planungen der Parteien, wie eine Umfrage unserer Redaktion zeigt.

„Wir wissen noch nicht, ob wir überhaupt Infostände organisieren“, sagt beispielsweise die Die-Aktive-Vorsitzende Gabi Parting. „Mein Gefühl ist: Die Leute möchten das gar nicht.“ Auch bei den Plakaten habe sich die Wählergemeinschaft bewusst zurückgehalten und altes Material wiederverwendet. „Wir möchten in Corona-Zeiten nicht das Stadtbild mit Plakaten zupflastern.“

Ähnlich wie Die Aktive äußern sich auch die Vorsitzenden von Ulli, Zentrum und Die Linke. „Wir wollen so wenig wie möglich machen“, sagt Bernd Makowiack (Ulli). Flyer: ja, Infostände: nein – so die Tendenz bei Ulli. Wolfgang Hübgens (Zentrum) will zumindest die Hitzewelle bis zu den ersten Infoständen abwarten. Heiner Bäther (Die Linke) will verstärkt auf die Sozialen Medien setzen und hält sich Infostände ebenfalls offen. Alle drei Parteien haben bislang nicht plakatiert, wollen das aber noch nachholen.

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Die Planungen von CDU und Grünen sind da im Vergleich deutlich weitreichender. Auch wenn natürlich nicht alles so möglich ist wie in vergangenen Wahlkämpfen. „Wir organisieren Aktionen, aber alles nur entsprechend der Hygienevorgaben“, sagt der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Ansgar Heveling. Statt Saalveranstaltungen setzt die CDU auf Draußen-Formate wie die „Kapellengespräche“ in Korschenbroich oder den „Dialog vor Ort“ in Glehn. „Wir haben uns auf die Corona-Bedingungen eingestellt“, sagt Heveling. „Uns ist dabei wichtig, das Ziel der persönlichen Ansprache vor Ort dennoch zu erreichen.“

Die Grünen setzen beispielsweise auf einen Waldspaziergang und die Aktion „Auf ein Getränk mit...“, bei der die Bürger mit den Spitzenkandidaten ins Gespräch kommen sollen. „Wir hatten einen komplett anderen Wahlkampf geplant“, sagt Sprecher Joerg Utecht. Ab Ende März sollten eigentlich bereits thematische Wahlkampfveranstaltungen stattfinden. Stattdessen hätten die Grünen ihre Plakatzahl im Vergleich zur Europawahl mehr als verdoppelt und mehr Infostände organisiert.

In der Mittelposition finden sich SPD und FDP wieder. Hier sind keine besonders auf die Corona-Zeit abgestimmten Formate geplant. Allerdings organisieren beide Parteien noch einige Infostände bis zum Wahltag am 13. September. Die SPD will zudem mit Kandidatenflyern, ihrer Publikation „Die Brücke“ und Erstwählerbriefen um Zustimmung werben. „Wir erleben, dass unsere Kandidaten vermehrt angerufen werden, um so über Themen zu sprechen“, sagt der SPD-Stadtverbandsvorsitzende Udo Bartsch. Auch die FDP hat in Korschenbroich bereits erste Infostände veranstaltet, weitere Termine in Glehn und Kleinenbroich sollen folgen. Darüber hinaus will die Partei verstärkt im Internet für ihre Anliegen werben, wie der Stadtverbandsvorsitzende Thomas Betz betont.

Die Partei, die in Korschenbroich mit Thomas Weinmann nur bei der Bürgermeisterwahl antritt, wird nach Aussage Weinmanns nach der Hitzewelle mit dem Plakatieren beginnen – auch an den Schaufenstern eines zur Partei-Zentrale umfunktionierten Friseursalons. Zudem Infostände seien für die kommenden Wochen Infostände geplant.

Einen Kommentar zum Thema von Redakteur Marc Latsch lesen Sie hier.