Kleinenbroich: „Der Pate von Pesch“ zu Besuch beim MGV Arion Pesch

Lesung in Kleinenbroich : „Der Pate von Pesch“ zu Besuch beim Männerchor

Beim Männergesangvereins Arion Pesch gab es jetzt einen besonderen Auftritt: Zusammen kamen Krimi-Lieder vom Chor und eine Krimi-Lesung von Autorin Jutta Profijt.

Mit neuen Ideen gegen ein spießiges Image: Das Konzert des Männergesangvereins Arion Pesch am Samstagabend in der Aula der Realschule Kleinenbroich war zugleich eine Lesung, die Veranstaltung stand unter der Überschrift „Crime Time“. 20 Sänger trugen äußerst unterschiedliches Liedgut vor, wobei es aber stets um das Verbrechen ging. Der besondere Clou des Abends: Die Korschenbroicher Autorin Jutta Profijt hatte von dem Gesangverein den Auftrag erhalten, einen Kurzkrimi zu schreiben. Die Autorin nannte ihr Werk „Der Pate von Pesch“.

Rund 150 Besucher wollten sich das nicht entgehen lassen und sie dürften ihre Entscheidung nicht bereut haben. Das Bühnenbild war dunkel, eine Schattengestalt vor einem Turm war da zu sehen und die Sänger waren als Edelganoven in Schwarz verkleidet. Der Vorsitzende des MGV Arion, Jürgen Jeromin, kündige an: „London, Chicago, Pesch – wir nehmen Sie mit in die gefährlichsten Regionen der Welt.“ Ein Sangesbruder hatte sich krankgemeldet, so mussten 20 Stimmen ausreichen, und das taten sie auch. Chorleiter Thomas Kamphausen sollte später mit der Leistung zufrieden sein. Es ging los mit dem Evergreen von Reinhard Mey „Der Mörder ist immer der Gärtner“. Wenn das Bertolt Brecht noch erlebt hätte: Seine Moritat von Mackie Messer zusammen in einem Konzert mit „Ich bin ene Räuber“ und „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“. Ob sie auch einen von Jutta Profijt verschlingt? Fest steht, dass die 52-jährige Autorin ein kleines Meisterstück zu Papier gebracht hatte. Es gibt zwar keine bestimmten Orte in Pesch, wo die Handlung stattfindet, dafür geht es um den Pescher Gesangverein. Luca, der Neffe des vermeintlichen Paten von Pesch, der unter seiner schwachen Stimme leidet, und der glaubt, sein Onkel würde mit Organen handeln, zwingt die Sänger, Schlaftabletten zu schlucken, um ihnen die Stimmbänder entnehmen zu lassen. Aber er wird dann fast selber zum Sänger, wenn ihn nicht ein vermeintlicher Biedermann ausgetrickst hätte. Der wahre Pate von Pesch tarnte sich hinter Dackel und Lodenjacke, es war nicht der Onkel des jungen Mannes – das wurde nach 24-minütiger Lektüre, aufgeteilt in drei Portionen, deutlich.

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