Kleinenbroich: Der Jüchener Bach soll im ganzen Ort sichtbar sein

Projekt in Kleinenbroich : Jüchener Bach soll im ganzen Ort sichtbar sein

Eine neue Querung für das Gewässer an der Bahnlinie in Kleinenbroich und ein durchgehender Grünzug entlang des Bachs sind geplant. Doch es gibt Stellen, an denen das nicht so einfach zu realisieren sein wird.

Eine Vielzahl der Routen, die im Entwicklungsplan Kulturlandschaft für die Stadt Korschenbroich beschrieben werden, sind bereits vorhanden. „Doch die Knackstellen sind dort, wo es Querungen von Wasserläufen mit überörtlichen Straßen und Bahnlinien gibt,“ sagt Theo Verjans, bei der Stadt zuständig für Umwelt- und Naturschutz. In Kleinenbroich gibt es für den Jüchener Bach solche Knackpunkte. „Er ist in der südlich gelegenen Ortslage weitgehend kanalisiert und quasi bis zum Ufer bebaut“, sagt Verjans. Da gebe es kaum noch eine Möglichkeit, etwas zu machen, was den Bachlauf aufwerten könne. Dennoch: Der Entwicklungsplan Kulturlandschaft sieht auch in Kleinenbroichs Süden eine Aufwertung des Bachs vor. Denn das Gewässer wird als wichtiger Korridor gesehen, der die Landschaftsbereiche Dycker Ländchen und Liedberg mit dem Nordkanal verbindet.

Nördlich der Bahnlinie ist der Jüchener Bach aufgrund des begleitenden Gehölzsaumes und der angrenzenden öffentlichen Grünflächen eine prägende Leitlinie. Westlich des Gewässers gibt es einen durchgehenden Weg, der die Siedlungsgebiete mit der Landschaft im Norden verbindet. Im Übergang zur offenen Landschaft im Norden verläuft das Gewässer durch öffentlich genutzte Sportflächen und ein Schulgelände.

Nach Süden hin ist die Wegverbindung durch die querende Bahnlinie unterbrochen. Südlich davon durchfließt der Jüchener Bach die Bebauung weitgehend kanalisiert. Er ist nur in kurzen Abschnitten öffentlich zugänglich und im Stadtbild kaum wahrnehmbar. Der Eintrittsbereich des Bachs im Süden bei Haus Randerath ist weitgehend unbebaut und wird landwirtschaftlich genutzt. Dort quert die Landstraße 381 das Gewässer.

Wie aber soll der Bach vor allem südlich der Bahnlinie aufgewertet werden? Denn der Plan sieht vor, den Grünzug nördlich der Bahnlinie nach Süden hin fortzuführen. Es soll ein geschlossener, nach Nord-Süd ausgerichteter, innerörtlicher Grünzug entlang des Baches entstehen, der an die wesentlichen öffentlichen Einrichtungen angeschlossen wird und die Kulturlandschaftsbereiche im Süden mit dem Nordkanal verbindet. Eine Machbarkeitsstudie soll die Möglichkeiten ausloten, wie der Bach unter den beengten Bedingungen mit den bestehenden Hochwasserverhältnissen als innerörtliches Gewässer aufgewertet, wie er besser zugänglich gemacht werden und wie ein begleitender Weg eingerichtet werden kann.

Zudem soll eine neue Querung der Bahnlinie Mönchengladbach-Düsseldorf auf Höhe des Jüchener Bachs geprüft werden, um eine attraktive Verbindung zum anschließenden Grünzug nördlich der Bahnlinie zu gewährleisten. Der S-Bahn- Haltepunkt Kleinenbroich könnte direkt mit dem Grünzug-Korridor verknüpft werden. Außerdem sollen im Süden des Hauses Randerath und südlich der L 381 Möglichkeiten entwickelt werden, wie eine attraktive Ortseingangssituation geschaffen werden kann. Entwicklungsmaßnahmen der Landschaft am Jüchener Bach werden in die Machbarkeitsstudie eingebunden.

Letztlich soll auch eine durchgehende Wegeroute entlang des Bachlaufs entstehen. „Das ist nicht einfach“, sagt Verjans. Denn im Süden handele es sich um ein Kerngebiet, und die große Frage sei, wie man dort die Bahnlinie überwinden könne. „Das gilt ja nicht nur für den Bachlauf, auch für den Verkehr ist die Querung der Bahn ein Engpass.“

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