Kleinenbroich: Baustelle Rhedung Püllenweg mit vielen Einschränkungen

Kanal und Unterführung werden erneuert: Baustelle in Kleinenbroich mit massiven Einschränkungen

Mitarbeiter der Stadt informierten in Kleinenbroich über ihre beiden Projekte an der Großbaustelle Rhedung-Püllenweg-Holzkamp. Bürger bemängelten den Lkw-Verkehr. Zudem wünschen sie sich breitere Geh- und Radfahrwege.

Eine gute Nachricht gab es zumindest schon einmal: Von Mittwoch bis Freitag soll auf der von Kanalbauarbeiten betroffenen Straße Rhedung die Fahrbahndecke erneuert werden. Somit wäre zumindest dieser Straßenabschnitt bald wieder befahrbar. Doch ansonsten wird die Großbaustelle Rhedung-Püllenweg-Holzkamp im Verlauf des Jahres noch für viele Einschränkungen sorgen. Das machten Bürgermeister Marc Venten und seine Mitarbeiter aus der Stadtverwaltung auf einer Info-Veranstaltung im Forum der Realschule Korschenbroich deutlich.

„Es ist sicherlich die größte Tiefbaumaßnahme der vergangenen Jahre“, sagte Venten zu Beginn. Denn die Stadt kombiniert zwei unterschiedliche Projekte, um die zeitliche Einschränkung zu minimieren: Zum einen wird der Kanal im Bereich des Püllenwegs komplett erneuert, zum anderen die Unterführung Holzkamp saniert. Entsprechend informierten Thomas Kochs, Betriebsleiter Städtischer Abwasserbetrieb, und Christoph Herchner, Leiter des Tiefbauamtes der Stadt, über die beiden Baumaßnahmen.

„Wir sind trotz Schnee und Kälte gut vorangekommen und sollten Ende April fertig sein“, sagte Kochs zum ersten Bauabschnitt. Im Anschluss wird der Kanal auf dem Püllenweg bis zur Hausnummer 7 erneuert. „Dabei wird es für dort ansässige Einzelhändler auch zwei, drei Tage geben, an denen eine Zufahrt nicht möglich ist. Alle werden aber mit einem Vorlauf von zwei Wochen informiert“, sagte Kochs. In einem dritten Abschnitt muss vom Kreisverkehr aus die Straße Holzkamp gesperrt werden. Um beispielsweise die Asia Therme noch zu erreichen, wird für diesen Zeitraum der Verkehr auf der Einbahnstraße in beide Richtungen freigegeben.

Sobald der Kanal im Bereich der Unterführung erneuert ist, wird mit der Sanierung des Trogbauwerks begonnen. „Wir haben unten im Trog ein Problem: Wenn es regnet, können wir nicht isolieren, dann wird es länger dauern“, sagte Herchner, der möglichst am Ende des Jahres fertig sein will. Die Stadt nutzt die Sanierung, um einen behindertengerechten Geh- und Radweg durch die Unterführung anzulegen. Dieser wird an der östlichen Seite oberhalb der Straße entlanggehen, so dass er nur ein Gefälle von drei Grad hat.

Allerdings ist aufgrund des Platzmangels alles knapp bemessen: Der Geh- und Radweg wird 2,65 Meter breit sein, für die beiden Fahrbahnen bleiben noch sechs Meter. Und auf dem Püllenweg gibt es zwar zukünftig auf beiden Seiten Radfahrer-Schutzstreifen, der Gehweg ist mit 1,50 Meter jedoch schmal. Mehrere Bürger äußerten diesbezüglich Bedenken, Herchner jedoch machte deutlich, dass „es zwar die Schmerz­grenze, aber eben nicht zu ändern sei“. Und in der Unterführung seien die Fahrbahnen bewusst enger gemacht, um die Geschwindigkeit dort zu verringern.

Darüber hinaus beklagten sich mehrere Anwohner über die Folgen des erhöhten Verkehrsaufkommens auf der Bismarckstraße: Vor allem Fahrbahnschäden und die Missachtung der Regeln in der Tempo-30-Zone waren ein Thema. Zudem sei die Umleitungs-Beschilderung nicht ausreichend, da viele Lkw im Ort unterwegs wären. Der Technische Beigeordnete Georg Onkelbach antwortete, dass die beiden Maßnahmen unabdingbar seien und eben starke Einschränkungen mit sich brächten. „Was den Lkw-Verkehr angeht, müssen wir zukünftig im Bereich Stadtentwicklung ganz intensiv über eine neue, direkte Anbindung an das Gewerbegebiet außerhalb der Wohnbebauung nachdenken“, sagte Onkelbach.

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