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Korschenbroich: Kleine Schulen sind erwünscht

Korschenbroich : Kleine Schulen sind erwünscht

Kleine Grundschulen in Dörfern wie Liedberg und Pesch sollen erhalten bleiben. Dafür will die Landesregierung sorgen. Bürgermeister Dick freut das ebenso wie die Grünen. Sie hatten das Thema immer wieder angesprochen.

Die rot-grüne Landesregierung spricht, CDU-Politiker pflichten bei — geht es darum, kleine Grundschulen wie die in Pesch und Liedberg zu erhalten, ist solche Harmonie in Korschenbroich möglich. "Ich fühle mich bestätigt", sagt Bürgermeister Heinz Josef Dick (CDU) zur Ankündigung der grünen Landesschulministerin Sylvia Löhrmann, ein Konzept für kleine, wohnortnahe Grundschulen zu erarbeiten.

Das soll helfen, solche Schulen auch dann zu erhalten, wenn sich weniger als die bislang gesetzlich geforderten 18 ABC-Schützen an der Schule anmelden. "Das halte ich für eine richtige Überlegung", sagt Dick, "denn es hilft, Ortsteilschulen zu erhalten. Schulen sind dort nicht nur Bildungsstätten, sondern auch Kristallisationspunkte in einem Ort."

Als Liedberg auf der Kippe stand

Wie sehr Eltern an den kleinen, aber wohnortnahen Schulen hängen, haben Korschenbroichs Politiker 2006 in Liedberg erlebt. Damals stand die Schule vor dem Aus, denn die gesetzlich vorgeschriebene Mindestanmeldezahl drohte unterschritten zu werden. Eltern und Schüler protestierten heftig. Die Stadt hob die damals noch geltenden Schulbezirke auf und erlaubte es so auch Eltern aus weiter entfernten Ortsteilen, ihre Kinder in Liedberg anzumelden. Die Schülerströme wurden so verteilt, dass die Schule bis heute erhalten blieb.

Auch die Pescher Grundschule gehört zu den kleinen in der Stadt. Deren Zukunft wurde sicherer, als sie zur Filiale der Korschenbroicher St. Andreas-Schule erklärt wurde. Solche "Verbundschulen" sind in vielen ländlichen Gebieten bislang ein Mittel, kleine Schulen aufrechtzuerhalten.

Nach Ansicht des Pädagogenverbands VBE muss nicht nur die Mindestanmeldezahl auf elf Kinder gesenkt werden. Auch gemeinsames Lernen von Kindern unterschiedlicher Jahrgänge ist ein Weg, den die Pädagogen empfehlen. Die Landesregierung will in dem von Ministerin Löhrmann angekündigten Konzept auch darauf eingehen.

Bürgermeister Heinz Josef Dick hat sich stets vehement dafür ausgesprochen, die Grundschulen in Korschenbroich so lange wie möglich zu erhalten. Wolfgang Houben, Fraktionsvorsitzender der Korschenbroicher Grünen, hat das Thema immer wieder mahnend angesprochen. Doch auch er hört den Plan der Landesregierung mit Wohlgefallen.

"Ich habe mich ja nicht zu Wort gemeldet, weil ich kleine Schulen schließen will. Ich hatte die Sorge, dass wir aufgrund der gesetzlichen Vorgaben plötzlich gezwungen sein könnten, eine Schule abzuwickeln, wenn sie mal nicht genug Anmeldungen hätte. Und dann hätten wir vielleicht nur drei oder vier Monate Zeit", sagt Houben. Und fügt hinzu: "Wenn jetzt die gesetzlichen Vorgaben geändert und die Klassen damit kleiner werden können, finde ich das gut und bin mit im Boot."

(RP/rl)