Korschenbroich: Kleine Parteien mischen bei Dick-Nachfolge mit

Korschenbroich: Kleine Parteien mischen bei Dick-Nachfolge mit

Bislang haben CDU und SPD ihre Bürgermeister-Kandidaten für die Wahl im Herbst nominiert. Aktive, FDP und Grüne wollen sich jetzt auf einen gemeinsamen Bewerber einigen. Er wird vor Ostern präsentiert.

Die Bürger der Stadt Korschenbroich sind aufgerufen, am 13. September einen neuen Bürgermeister zu wählen. Heinz Josef Dick (CDU) steht nach 16 Amtsjahren nicht mehr zur Verfügung. Jetzt wollen auch die kleineren Ratsparteien bei der Vergabe um das Spitzenamt mitmischen. "Wir stehen mit Aktive und FDP in Verhandlungen", bestätige Fraktionschef Wolfgang Houben.

Zu den Gesprächsinhalten wollte sich der Grünen-Chef aber nicht äußeren: "Wir haben Stillschweigen verabredet", warb der sonst so wortgewandte Ratspolitiker um Verständnis. Für Houben steht mit der CDU-Nominierung von Marc Venten aber auch fest: "Wenn wir uns als Ratsopposition nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen, werden wir als Grüne selbst aktiv."

Die Initiative zu den Sondierungsgesprächen ging von der Wählergemeinschaft "Die Aktive" aus. Bei der ersten Gesprächsrunde war auch noch die SPD mit am Tisch. Als kleiner Partner der CDU im Stadtrat zog sie es dann zwischenzeitlich vor, mit Albert Richter einen eigenen Mann für die anstehende Bürgermeisterwahl zu stellen. "Wir werden abwarten, was CDU und SPD machen", hatte sich FDP-Chefin Hanne Wolf-Kluthausen (64) bereits im Herbst offen für neue Wege gezeigt.

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Eine eigene Kandidatur hatte sie aufgrund ihres Alters aber ausgeschlossen. "Wir sind noch in der Findungsphase", erklärt Gaby Parting (46) auf Anfrage. Allerdings meint die Vorsitzende der Wählergemeinschaft, die auch für "Die Aktive" im Kreistag sitzt: "Ich hoffe, wir einigen uns, so dass wir noch vor Ostern einen gemeinsamen Kandidaten präsentieren können."

Die Union schickt mit Marc Venten (36) ihren Ratsfraktionsvorsitzenden ins Rennen. Der Jurist aus Korschenbroich setzte sich bei der CDU-Stadtverbandsversammlung gegen vier Mitbewerber durch. "Ich will Bürgermeister werden." - Ein Satz, den auch der Sozialdemokrat Albert Richter (61) für sich in Anspruch nimmt. Zweimal hat es Richter bereits gegen Heinz Josef Dick versucht. Jetzt hat ihn seine Partei zum dritten Mal nominiert. Wie ernst ihm seine Kandidatur ist, machte er gleich am Wahlabend deutlich: "Ich werde bei der nächsten Versammlung meinen Stadtverbandsvorsitz abgeben, damit ich mich auf meine neuen Aufgaben konzentrieren kann."

Ob sich in Korschenbroich - ähnlich wie in den Nachbarkommunen - auch parteilose Bewerber um den BM-Posten bewerben werden, wird sich zeigen. "Sie haben Zeit bis zum 27. Juli, ihren Wahlvorschlag im Rathaus einzureichen", sagt Bernd Dieter Schultze. Allerdings weist der Erste Beigeordnete auch auf einige Formalien hin: "Jeder Einzelbewerber benötigt 210 Unterschriften."

(NGZ)
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