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Korschenbroich: Kita-Kinder bewerten jetzt ihr Mittagessen

Korschenbroich : Kita-Kinder bewerten jetzt ihr Mittagessen

In der Kita St. Katharina speisen die Kleinen im "Kinder-Restaurant", wählen ihr Essen aus. Jetzt dürfen sie es auch mit Smileys bewerten.

Clara schmecken die Vollkornnudeln mit Gemüsesoße gut, nach dem Essen will die Sechsjährige einen gelben Smiley in die kleine Papptonne werfen. So manches ist im katholischen Kindergarten St. Katharina in Glehn bei der Mittagsversorgung anders als in vielen anderen Kitas. Die meisten Jungen und Mädchen speisen nämlich im "Kinder-Restaurant" des Familienzentrums - und nun ist nach dem Essen sogar ihre Meinung gefragt.

Bis zum vergangenen Jahr wurde das warme Essen in der Tagesstätte in den einzelnen Gruppen eingenommen, doch: "Während viele aßen, wollten andere Kinder, die nicht am Mittagessen teilnehmen, spielen. Es war eng und auch unruhig", schildert Kita-Leiterin Ursula Schwarz. "Deshalb hatten wir die Idee, für das Essen einen eigenen Raum mit gemütlicher Atmosphäre zu schaffen." Die Lösung: Die Eingangshalle im Familienzentrum ist so groß, dass das Restaurant mit transportablen Stellwänden abgeteilt werden konnte.

Tische mit kleinen und kleinsten Stühlen bieten Platz für rund 30 Jungen und Mädchen zugleich. Auf den Plätzen sind Gläser, Besteck und Teller gedeckt - für die größeren Kinder aus Porzellan ganz wie im Restaurant, für U3-Kinder, "die beim Essen noch üben, aus weißem Kunststoff", erläutert Schwarz. Nur die Kleinen aus der "Nestgruppe" essen in ihrem eigenen Raum.

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Das von einem Catering-Unternehmen gelieferte Essen tragen die Erzieherinnen in Schüsseln auf. "Wichtig ist für uns, dass die Kinder selbst bestimmen können", sagt Ursula Schwarz während des Treibens. "Sie haben nicht jeden Tag den gleichen Appetit, können nehmen, soviel sie möchten. Und wer fürs Essen länger braucht, kann ruhig sitzen bleiben." Die Kinder helfen sich gegenseitig, reichen das Essen herüber. Ein weiterer Vorteil im Restaurant der besonderen Art: "Die Kinder können selbst entscheiden, mit wem sie sich zusammensetzen, können so auch mit Freunden aus anderen Gruppen essen."

Davor wird erst einmal der Speiseplan für nächste Woche festgelegt - ganz demokratisch. "Hähnchenschnitzel mit Kartoffelpürree und Mais-Bohnen-Gemüse oder Gemüsemaultaschen mit Schnittlauchsoße und Karottensticks", stellt Susanne Söhner etwa zur Auswahl. Die Erzieherin ist mit Annegret Picker Chefin im Kinder-Restaurant. Fürs Hähnchen gehen die meisten Finger hoch. An einem anderem Tag setzt sich das Seelachsfilet durch.

Nach dem Essen wandern die gelben Smileys in die Tonne - oder auch nicht. "In Kürze können die Kinder auch traurige Smileys einwerfen, wenn es ihnen nicht geschmeckt hat", sagt Söhner. "Wir haben einen guten Caterer, der sich auf unsere Wünsche einstellt. Nun können wir ihm ein Feedback geben, wie es geschmeckt hat", erklärt Schwarz. Laut Stadtsprecherin Silke Schirmer bieten weitere Kitas - in anderer Form - gemeinsames Essen an, etwa zentrale Frühstücksbuffets oder Nachmittagssnacks.

(NGZ)