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Kleinenbroich: Kita erhält zum dritten Mal den Chorpreis

Kleinenbroich : Kita erhält zum dritten Mal den Chorpreis

Das Qualitätszeichen "Felix" des Deutschen Chorverbandes ist für jeden Besucher der Kindertageseinrichtung "Auf den Kempen" sofort zu erkennen: "Wir singen gerne!" steht auf dem hellen Emailleschild, das die Eingangspforte ziert.

Bei einem Besuch in der Kleinenbroicher Kita wird bald deutlich, dass es sich bei dem Satz nicht nur um eine Behauptung, sondern um eine Tatsache handelt. 21 Kinder im Alter von zwei bis sechs Jahren bilden einen Halbkreis und singen auf Englisch: "The wheels on the bus go round and round". Sie singen auswendig, formen dabei mit ihren Händen Räder oder greifen zur passenden Zeile nach den Sternen. Auch die fünfte und sechste Strophe des Liedes singen sie noch mit strahlenden Gesichtern.

"Felix" ist eine Auszeichnung des Deutschen Chorverbandes, mit der Kindertagesstätten geehrt werden, die in besonderem Maße die musikalische Frühförderung betreiben. Die Auszeichnung wird jeweils für drei Jahre vergeben. Die Kriterien, die jeder Bewerber erfüllen muss, sind streng und werden vor jeder Auszeichnung von einem Vertreter des Chorverbandes überprüft.

So müssen die Kindergärten täglich mit ihren Kindern singen, Tonart und Tonhöhe der Lieder an die hohe kindliche Stimme anpassen, altersgemäße Lieder auswählen und Lieder aus anderen Kulturkreisen einstudieren. Bereits zum dritten Mal seit dem Jahr 2005 erhält an diesem Samstag die Kindertageseinrichtung "Auf den Kempen" die begehrte Auszeichnung.

"Das Singen tut den Kindern einfach sehr gut", bestätigt Ulrike Wolters, die Leiterin der Kindertageseinrichtung. "Es stärkt zum Beispiel ihre Konzentration und ihre Merk- und Sprachfähigkeit. Sie sind ausgeglichener und ruhiger. Wir verbinden das Singen immer auch mit Klatsch- und Rhythmusspielen." Wolters legt allerdings großen Wert auf das "Prinzip der Freiwilligkeit": "Wenn ein Kind nicht singen will, dann zwingen wir es auch nicht dazu."

Fragt man die vierjährige Sophie nach ihrem Lieblingslied, zögert sie einen Moment, bevor sie antwortet: "Das Lied mit den Gefühlen." Erzieherin Melanie Schmidt stimmt mit ihr an: "Wenn ich glücklich bin, weißt du was? Ja, dann hüpf ich wie ein Laubfrosch durch das Gras. Wenn ich wütend bin, sag ich dir, dann stampf und brüll ich wie ein Stier".

"Kinder singen eigentlich den ganzen Tag", erklärt Schmidt später. "Es ist unglaublich, wie schnell sie sich fremde Lieder merken können. Wichtig ist auch, dass man sich beim Singen der Gruppe anpassen muss. Es wird also spielerisch das Miteinander geübt."

(RP/rl)