1. NRW
  2. Städte
  3. Korschenbroich

Korschenbroich: Kindertagesstätte vor Trägerwechsel

Korschenbroich : Kindertagesstätte vor Trägerwechsel

Das neue Namensschild mit dem Hinweis auf die Diakonie hängt schon am Eingang der städtischen Kita. Der Trägerwechsel wird zum 1. August offiziell. Doch zu feiern gab's mit dem neuen Piratenschiff gestern schon etwas.

Für Isabell Gorzitza ändert sich nichts. Der Fünfjährigen aus der Bärengruppe ist der Kindergarten-Träger egal. Wichtig für sie ist nur, dass sich die Bezugspersonen nicht verändern. "Und das ist gewährleistet", freut sich Kita-Leiterin Elke Berzen (44), die nach elf Jahren den Vertrag mit der Stadt Korschenbroich gegen einen vom Diakonischen Werk eingetauscht hat. Sie muss sich aber schon jetzt auf mehr Verantwortung einstellen: "Wir sind innerhalb weniger Monate von der kleinsten zur nun größten Kindertagesstätte im Stadtgebiet angewachsen."

Aktuell gibt es jetzt vier Gruppen. 98 Kinder besuchen die Kita mit zwei Standorten an der Pestalozzi- und Hochstraße. Die große Platznachfrage machte die neue Variante erforderlich. Mit Beginn des neuen Kindergartenjahres - zum 1. August - wird die Kita Hochstraße als Übergangslösung nicht wie zuerst verabredet mit einer, sondern jetzt mit zwei Gruppen bis zur Schließung im Juli 2015 durcharbeiten. Um den Versorgungsengpass zu lösen, entschied Diakonie-Vorstand Bernd Gellrich kurzerhand, eine Zusatzgruppe für 22 Kinder einzurichten. Die Übergangslösung ist für ein Jahr angedacht.

Bereits im September will die Diakonie mit dem Kindergarten-Neubau im Kleinenbroicher Holzkamp beginnen, "Der Bauantrag ist gestellt", bestätigte Bernd Gellrich gestern auf Anfrage. Verläuft alles nach Plan, entfällt mit dem Umzug in den Kita-Neubau der alte Standort Hochstraße. Schließlich spielt der freiwerdende Bau für die Erweiterungspläne der Freiwilligen Feuerwehr eine maßgebliche Rolle. Doch auch das interessierte Isabell (5) gestern Vormittag überhaupt nicht. Die Kleine rückte kess ihren Sonnenhut zurecht und hatte nur Augen für das neue Spielgerät. Das imposante Piratenschiff war mit Fähnchen und Masken für die feierliche Übergabe geschmückt. "Ich finde das Schiff ganz toll, viel besser als den alten Kletterturm. Wenn ich auf dem Schiff stehe und die Augen zu mache, fahre ich mit Mama nach Holland." Dabei drückt sie die Hand ihrer Mutter und wirft ihr einen liebevollen Blick zu. Mit einem lauten Klatschen wird Isabell aus ihren Urlaubsträumen nach Kleinenbroich zurückgeholt. Das neue Spielgerät wird unter großem Beifall getauft. Keine Sektflasche klatscht an die Schiffswand, statt dessen haben die kleinen Piraten - mit Wasserpistolen ausstaffiert - das Kommando übernommen. Es werden Piratenplätzchen verteilt und Piratencocktails ausgeschenkt. Gerhard Handick, Ulrich Schmidt (beide Edeka) und Sandra Brune (Provinzial) tauchen in die lärmende Kinderschar ein. Sie und der Hamburger Verein "Ein Herz für Kinder" wurden zu Sponsoren und machten den Kauf des Spielgerätes im Wert von 8500 Euro erst möglich. Ihren Dank richtete Elke Berzen auch an den Förderverein. Und für das Team betonte sie: "Für mich ist es beruhigend, solche engagierten Eltern als Stütze im Rücken zu wissen."

(NGZ)