Korschenbroich: Kindertagesstätte für neues Wohngebiet

Korschenbroich: Kindertagesstätte für neues Wohngebiet

Ein vierzügiger Kindergarten soll im August 2019 "An der Niers-Aue" seinen Betrieb aufnehmen. Die Baukosten von 2,7 Millionen Euro werden auf zwei Jahre verteilt. Darauf einigten sich jetzt die Fraktionen bei ihren Haushaltsberatungen.

Die Prognose von Kämmerer Thomas Dückers steht. Nach 18 Jahren wird der städtische Haushalt erstmals wieder mit einem Plus abschließen. "Wir gehen für 2018 weiter von einem Überschuss aus." Mit dieser guten Nachricht eröffnete er die Haushaltsberatungen im Hauptausschuss. Die Risiken liegen weiterhin in der Höhe der Kreis- und Jugendamtsumlage.

"Hier hat sich das Risiko schon leicht verringert", rechnete Dückers den Ratsfraktionen vor. In seinem Haushaltsentwurf von Oktober wurde die Kreisumlage von ihm noch mit 920.000 Euro veranschlagt, mittlerweile hat sie sich auf 839.000 Euro reduziert. Ähnliches gilt für die Kreisjugendamtsumlage, hier hat sich der Ansatz von 625.000 Euro auf 514.000 Euro verringert. Das reicht Dückers aber noch nicht aus: Wenn alle Kämmerer am 28. November beim Landrat zusammenkommen, hofft er auf weitere Reduzierungen.

Nach den Sparanstrengungen der zurückliegenden Jahre fehlen den Politikern große Streichposten. Dennoch: Mit Kreativität war noch einiges möglich. Einstimmig wurde der CDU/SPD-Antrag auf den Weg gebracht, vier von 42 Spiel- und Bolzplätzen in reine Grünflächen umzuwandeln. "Die Plätze sind verzichtbar", erklärte CDU-Fraktionschef Thomas Sieger. Betroffen sind die Anlagen Willi-Hannen-Straße (Korschenbroich), Auf den Kempen, Dorfer Feldweg (beide Kleinenbroich) und Mühlenkamp (Liedberg). Sie sollen als reine Grünanlage erhalten werden. "So können wir mindestens 20.000 Euro pro Jahr einsparen", versicherte Siegers. Die Ersparnis soll geteilt werden: Die eine Hälfte dient der Haushaltskonsolidierung, mit der anderen Hälfte sollen neue Geräte gekauft werden, um die Attraktivität der vorhandenen Spielstätten aufzubessern.

Mit dem Antrag, das Hallenbad zu ertüchtigen, setzte sich die Mehrheitsfraktion von CDU/SPD bei vier Gegenstimmen durch: Die Stadt setzt 20.000 Euro Planungskosten ein, um das Bad mit Spielgeräten, Babybecken und einer Wasserrutsche aufzuwerten. Die Außenanlage soll einen eigenen Eingang erhalten, zudem soll das Hallenbad künftig auch durchgehend in den Sommerferien öffnen. So hoffen CDU/SPD die rückläufigen Zahlen der Badbesucher zu stoppen.

Einig waren sich wieder alle, in das neue Baugebiet Niers-Aue und damit 2,7 Millionen Euro in eine neue Kita zu investieren. Die vierzügige Einrichtung soll im August 2019 ihren Betrieb aufnehmen. Eine frühere Fertigstellung ist nach Schätzung der Verwaltung nicht machbar. "Die Erschließung zieht sich bis März hin. Dann bleiben uns noch 16 Monate bis zur Eröffnung", sagte Beigeordneter Georg Onkelbach. Fest steht: Die Stadt baut, die Betreiberfrage ist noch offen. Verhandlungen mit der Katholischen Kirche haben sich kurzfristig zerschlagen. "Wir müssen jetzt zunächst die Voraussetzungen schaffen, auch ohne Träger die Kita zu realisieren", warb Bürgermeister Marc Venten für die Dringlichkeitsentscheidung.

(NGZ)