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Korschenbroich: Kinder werkeln an Bretterbuden

Korschenbroich : Kinder werkeln an Bretterbuden

Der Bauspielplatz in Korschenbroich am Rathaus ist eine beliebte Ferienaktion.

Fleißig wird gehämmert, gesägt und gepinselt: Lisa, Julia, Sarah und Anna haben sichtlich Spaß dabei, ihr eigenes Häuschen zu bauen. Auch wenn es nur eine Holzhütte aus Paletten ist, sind sie stolz auf ihr Bauwerk, das sie soeben mit Pinsel und Farbe bunt anmalen. "Es ist ein tolles Gefühl, zu sehen, dass es mit der Zeit Gestalt annimmt", sagt Lisa Tremanns (10), die zum ersten Mal am Bauspielplatz des Jugendheims St. Andreas Korschenbroich teilnimmt.

Der fand jetzt zum dritten Mal auf der Wiese zwischen Gymnasium und Rathaus statt, 35 Kinder zwischen acht und zwölf Jahren waren dabei. "Für viele Kinder ist der Bauspielplatz das Highlight der Sommerferien. In den vergangenen Jahren wurde er immer beliebter", sagt Georg Westerholz, Leiter der Jugendeinrichtung.

Er hat den Spielplatz der außergewöhnlichen Art mit insgesamt sieben Betreuern genau im Auge - und prüft die Palettenbuden etwa auf Stabilität. Sieben Bauwerke sind auf der Wiese entstanden. Die einen sehen ziemlich professionell und standfest aus, andere wirken eher zusammengewürfelt. "Eine Bude hat sogar zwei Stockwerke", zeigt Georg Westerholz das Werk von einer der sechs Kindergruppen auf dem Platz.

Im Vorfeld hatte die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) einen Container mit Abfallpaletten für die fünftägige Ferienaktion zur Verfügung gestellt, auf eigene Faust organisierten die Betreuer des Jugendheims weitere Paletten. "Insgesamt wurden beim Spielplatz rund 400 Paletten verbaut", sagt der 35-Jährige. Doch nicht die ganze Zeit konnten die Kinder an ihren Buden werkeln: "Gerade am Mittwoch war das Wetter so schlecht, dass wir die Ferienaktion ins Jugendheim verlagert haben. Dort haben die Kinder sich dann mit Spielen beschäftigt oder Filme geschaut", erzählt Westerholz. In dem Fall hätten auch die Folien nichts mehr gebracht, mit denen die Kinder ihre Buden eingedeckt haben.

Der guten Stimmung auf dem Bauspielplatz scheint das allerdings keinen Abbruch getan zu haben: "Die Kinder haben insbesondere am Montag bei Sonnenschein sehr viel geleistet und den Rohbau ihrer Hütten fertiggestellt", berichtet Georg Westerholz. Einige der 35 Kinder haben sich dann auch am Donnerstagabend in die Hütten getraut, um dort zu übernachten. Auch eine Nachtwanderung mit Grusel-Effekten stand auf dem Programm.

Ein bisschen Wehmut dürfte bei den Kindern und Betreuern dann aber gestern schon aufgekommen sein, denn zum Ende der Ferienaktion mussten sie ihre Palettenbuden wieder abreißen und entsorgen. "Unterm Strich hat es sich aber gelohnt", sagt auch Lisa Tremanns zufrieden, die gemeinsam mit ihren Freundinnen ihrem Haus kurzerhand die Nummer 4b gegeben hat. "4, weil wir zu viert sind. Das b steht für Blumen, weil wir unser Haus mit Blumen verziert haben", erklärt sie.

(NGZ)