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Korschenbroich: Kein Geld für Straßensanierung

Korschenbroich : Kein Geld für Straßensanierung

Manche Straßenzüge gleichen Buckelpisten: Für insgesamt 180 Straßenkilometer trägt die Stadt Korschenbroich die Verantwortung. Die Instandsetzung funktioniert dürftig, für eine aufwendige Unterhaltung fehlt das Geld.

Die Straßenunterhaltung ist eine klassische Aufgabe der Stadt: Früher war der Bauhof zuständig, heute rücken Mitarbeiter des Eigenbetriebes "Stadtpflege" aus. Was aber damals und auch heute fehlt, ist ausreichend Geld.

Der Nothaushaltskommune bleibt — zum Leidwesen vieler Bürger — nur die Möglichkeit, die Asphaltdecken notdürftig zu reparieren. "Mehr als ein Flickenteppich ist derzeit nicht möglich", räumt Fachbereichsleiter Georg Onkelbach auf Anfrage ein. Wichtig ist ihm: "Die Verkehrssicherheit ist immer gewährleistet."

Die aktualisierte Prioritätenliste für die Instandsetzung städtischer Straßen war jetzt Thema im Ausschuss für Bau und Verkehr. Obschon SPD-Ratsherr Marcus Klancicar Argumente für die Reihenfolge anmahnte, wurde die Liste zustimmend zur Kenntnis genommen.

Lediglich Tiefbauamtsleiter Christoph Herchner brachte den Mangel auf den Punkt: "Wir haben einen Unterhaltungsstau." Und damit sich auch jeder ein Bild von der Größenordnung machen konnte, legte Herchner im Beisein der Verwaltungsspitze nach: "Wir haben mittlerweile einen Stau von einer Million Euro." Allerdings betonte auch er: "Die Verkehrssicherheit hat zu jeder Zeit Vorrang."

Die Prioritätenliste gibt es seit 1998. Sie ist ein flexibler Maßnahmenkatalog der Stadt. Unvorhersehbare Gefahrenstellen, Sachbeschädigungen und zusätzliche Maßnahmen, die im Zuge von Leitungsverlegungen der Versorger vorgenommen werden, führen regelmäßig zu Verschiebungen der Kostenaufteilung in der Prioritätenliste. Und auch die zurückliegenden Winter brachten die Einsatzpläne der Stadtpflege-Mitarbeiter durcheinander.

Für Georg Onkelbach ist die aktuelle Situation ärgerlich, aber derzeit angesichts der leeren Stadtkasse nicht zu ändern: "Wir können nur Löcher stopfen. Mehr ist nicht drin." Für insgesamt 180 Straßenkilometer trägt die Verwaltung die Verantwortung. Im Haushalt stehen für die Straßeninstandsetzung 150 000 Euro, für die Straßenunterhaltung kommen weitere 60 000 Euro hinzu. "Dabei bräuchten wir pro Jahr 600 000 Euro", sagt Onkelbach.

Sorgen bereiten ihm aktuell Teilstücke der Gilleshütte, der Zollhausstraße und der Novalisstraße. Onkelbach spricht von einem "Flickenteppich". Eine Chance für eine neue Asphaltdecke sieht er nicht.

Auch wenn Verkehrskontrolleur Norbert Neeff fast täglich im Stadtgebiet unterwegs ist und den Zustand überprüft. Haben sich die Löcher tiefer als drei Zentimeter in die Asphaltdecke gefressen, wird Dahlmanns informiert. Er entscheidet, ob die Stadtpflege zum Flicken ausrückt oder ob eine Fremdfirma beauftragt werden muss.

(RP)