Korschenbroich: Kartarius führt den Stadtsportverband

Korschenbroich: Kartarius führt den Stadtsportverband

Nach mehr als zweijähriger Vakanz fand jetzt der Stadtsportverband mit dem Jugendleiter des TuS Liedberg einen neuen Vorsitzenden. Bürgermeister Heinz Josef Dick stimmte die Sportvereine auf noch weniger Zuschüsse ein.

Zwei Jahre lang hatte Rainer Türke den Vorsitz des Stadtsportverbands (SSV) kommissarisch geführt. Mit Dirk Kartarius aus Liedberg hat der SSV jetzt auch offiziell einen neuen Vorsitzenden. Der 45-Jährige ist Jugendleiter des TuS Liedberg und hat den "klassischen" Werdegang vieler "Fußball-Väter" hinter sich: Sein Sohn begann vor zehn Jahren, Dirk Kartarius wurde erst Betreuer und schon zwei Monate später Trainer einer Jugendmannschaft. Er und seine Frau sind Eltern von drei Kindern. Beruflich ist der neue Vorsitzende als Spezialist für labormedizinische Geräte tätig.

Vor zwei bis drei Monaten habe er sich dazu durchgerungen, den ihm angetragenen Vorsitz des Stadtsportverbands zu übernehmen, erklärte Dirk Kartarius im Pescher "Haus Schellen" den Delegierten des Stadtsportverbandes. Er kündigte an, sich um "eine vernünftige Kommunikation mit der Stadt" zu bemühen. Er wolle "unbequem, aber auch konstruktiv" sein, kündigte Dirk Kartarius weiter an. Die "Sportstadt Korschenbroich" solle nicht ausschließlich über den Handball und den City-Lauf definiert werden. Außerdem forderte Dirk Kartarius die Vereine zu einem größeren Engagement innerhalb des Verbands auf: "Wir vom Vorstand erwarten eine aktive Zusammenarbeit."

Bürgermeister Heinz Josef Dick stimmte die Sportler auf noch spärlicher fließende Zuschüsse ein: Dabei hatte er weniger die Stadt mit ihrer prekären Finanzlage im Blick als vielmehr einen seit inzwischen zehn Jahren geschätzten Sponsor. Die Sparkassenstiftung wird ihr Kapital neu anlegen, was zur Konsequenz hat, dass die Zinsen um die Hälfte sinken werden. Was gleichermaßen auch für Zuschüsse gelten wird, denn das Stiftungskapital darf nun einmal nicht angetastet werden. Laut Heinz Josef Dick werde sich dies schon in diesem Jahr bemerkbar machen: "Besonders spürbar werden die Kürzungen dann aber 2014 sein."

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Thomas Lang, Vorsitzender des Sportbunds Rhein-Kreis Neuss, rief die Vereine zu selbstbewusstem Auftreten auf: "Sportvereine sind die größten Sozialarbeiter im Kreis und im Land." Die Politik sollte nach Auffassung von Thomas Lang "nicht am Sport sparen, sondern mit dem Sport". SSV-Geschäftsführer Peter Baukloh drängte die Delegierten ebenso wie Dirk Kartarius zu einem neuen Aufbruch: "Es macht keinen Spaß, jedes Jahr dasselbe zu erzählen."

Bei einem ersten Workshop habe der SSV-Vorstand unlängst damit begonnen, seinen Aufgabenbereich neu abzustecken. Welche konkreten Zielsetzungen verfolgt werden, soll in Kürze erarbeitet werden, so Baukloh. Keinen Zweifel ließ der Geschäftsführer daran, dass sich die Mitgliedsvereine verstärkt einmischen müssten, um erfolgreiche Verhandlungen des SSV mit der Politik überhaupt zu ermöglichen.

Bei der turnusgemäß fälligen Teilwahl des Vorstands fielen auch die anderen Wahlgänge einstimmig aus: Rainer Türke bekleidet zwei weitere Jahre seine Funktion als Vize-Vorsitzender. Stellvertretende Geschäftsführerin bleibt Ute Neumann, während Heinz Schnelle und Albert Delvos als Beisitzer die SSV-Führungsriege komplettieren. Norbert Jurczyk stellte sich nicht zur Wiederwahl. Fast schon traditionell unbesetzt bleibt die Funktion des Jugendwarts. Kartarius will möglichst auch eine Vorstandsposition allein für Seniorenarbeit einrichten.

(RP/ac)
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