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Korschenbroich: Kantor Dembski spielt seine letzte Toccata

Korschenbroich : Kantor Dembski spielt seine letzte Toccata

Die letzten Töne in e-Moll wehten noch durch die fast voll besetzte Andreas-Kirche, als der Applaus los brandete. Die Gottesdienstbesucher standen von den Bänken auf, blickten zur Orgelempore und klatschten immer weiter. Dort oben hatte Henning Dembski soeben in seinem Abschiedsgottesdienst das letzte Instrumentalstück gespielt – eine Toccata.

Die letzten Töne in e-Moll wehten noch durch die fast voll besetzte Andreas-Kirche, als der Applaus los brandete. Die Gottesdienstbesucher standen von den Bänken auf, blickten zur Orgelempore und klatschten immer weiter. Dort oben hatte Henning Dembski soeben in seinem Abschiedsgottesdienst das letzte Instrumentalstück gespielt — eine Toccata.

Nach 145 Monaten als Kantor, zuerst nur von St. Andreas, später der gesamten Gemeinschaft der Gemeinden Korschenbroich, verlässt er die Stadt. Er geht in ein süddeutsches Kloster.

Den Orgeln Leben eingehaucht

"Sie haben die Kirchenmusik als Teil des Verkündigungsauftrages der Kirche gestaltet", lobte Pfarrer Frank Josef van de Rieth in seiner Abschiedsrede. Henning Dembski sei dafür hauptverantwortlich, dass Korschenbroich in der rheinischen Orgellandschaft einen guten Namen habe. Weil er "den Instrumenten in den vergangenen Jahren immer wieder den Lebensatem so eingehaucht hat, dass sie zum Lob Gottes und zur Erbauung vieler Menschen erklingen konnten".

Nur ungern verabschiedete van de Rieth den "verdienten Mitarbeiter des Kirchengemeindeverbandes", der unter anderem die Kirchenchöre von St. Andreas und St. Dionysius leitete. Nicht nur in musikalischer, sondern auch in theologisch-liturgischer Hinsicht habe er Dembski schätzen gelernt. "Sie beginnen ein neues Kapitel Ihrer Lebensgeschichte zu schreiben. Dafür erbitten wir Ihnen Gottes Segen." Dr. Rita Mielke, geschäftsführende Vorsitzende des Kirchenvorstands von St. Andreas, merkte danach an: "Sie haben sich über die vielen Jahre in unser aller Herzen gespielt." Das werde sicher lange nachhallen.

Als Henning Dembski nach der letzten Toccata von der Orgelempore herunter kam, wartete eine Menschentraube auf ihn. Dembski schüttelte Hände, er wirkte gelöst und lächelte — von Wehmut keine Spur. Er komme ja auf jeden Fall wieder nach Korschenbroich, "um Freunde zu besuchen", sagte der 41-Jährige. Dann trifft er womöglich auf seinen Nachfolger, der noch nicht feststeht. "Wir arbeiten unter Hochdruck an einer Lösung", sagt van de Rieth. Er ist zuversichtlich, dass er den neuen Kantor bis Ende März präsentieren kann.

(naf)