Korschenbroich: Kämpfer für den guten Ruf von Zoos

Korschenbroich : Kämpfer für den guten Ruf von Zoos

Philipp Kroiß ist überzeugt: Moderne Zookonzepte bieten Wissensvermittlung, Forschung und Artenschutz. Der Korschenbroicher engagiert sich als Chefredakteur der Online-Zeitung "Zoos Media".

Manche Forscher gehen davon aus, dass zurzeit die sechste große Aussterbewelle herrscht. Philipp Kroiß mag da nicht tatenlos zusehen und engagiert sich als Chefredakteur der Online-Zeitung "Zoos Media", die Lobbyarbeit für Zoos betreibt. Der Verlag hat seinen Sitz in Berlin. Kroiß ist überzeugt, dass moderne Zookonzepte einen unverzichtbaren Beitrag zu Artenschutz und Forschung leisten. "Es gibt den Spruch, man schützt nur das, was man kennt", sagt der Musikwissenschaftsstudent.

"Zoos Media" hat den thematischen Schwerpunkt Zootierhaltung. Im September 2016 übernahm Kroiß die Position des Chefredakteurs von Michael Miersch, Geschäftsführer der Bereiche Kommunikation und Naturbildung der Deutschen Wildtier-Stiftung. "Zoos bereiten Millionen Menschen Freude, sie vermitteln Naturwissen, ermöglichen Forschung und unterstützen den Artenschutz", betont Kroiß. Der 25-Jährige ist überzeugt, dass Forschungen im Delfinarium zum Beispiel freilebenden Delfinen und schließlich einer ganzen Meerespopulation zugutekommen.

Die Echolotwirkung für Große Tümmler wurde etwa im Delfinarium erkundet. Nun können Geräte an Fangnetzen eingesetzt werden, um Echolot zu erzeugen, das die Delfine warnt und damit schützt. Ebenso werden Projekte zum weltweiten Artenschutz vielfach durch Spenden von Zoos unterstützt.

Kroiß weiß, dass Anti-Zoo-Aktivisten die von ihm vertretene Position bekämpfen und Negativbeispiele in der Tierhaltung oft verallgemeinern. Ihnen hält er entgegen, dass es auch schlechte Schulen und Krankenhäuser gibt, ohne dass jemand ernsthaft alle Krankenhäuser und Schulen abschaffen wollte. "Wir sagen nicht, dass in allen Zoos alles gut und schön ist, sondern berichten differenziert. Wie alles auf der Welt können und sollen Zoos immer besser werden", betont Kroiß.

Er brennt für sein Thema, dem er eine Stimme auf Basis von Fakten geben will. Unterstützung erhält er durch den von Fachleuten besetzten Beirat. Ein Stichwort genügt und der 25-Jährige erzählt über Wale in den Weltmeeren. Er zeigt sich besorgt über die "auditive Umweltverschmutzung" der Meere durch Bohrinseln, Windanlagen sowie Schiffsverkehr und die daraus entstehenden Folgen für das Hörvermögen der Orcas. Zurzeit bereitet Kroiß eine Reise für Medienvertreter zum Loro Parque auf Teneriffa vor. Der Schwerpunkt wird auf der Delfin- und im Besonderen auf der Orcahaltung liegen. Delfine und Orcas faszinieren ihn offensichtlich besonders.

Kroiß hat gegenüber dem Landtag NRW eine schriftliche Stellungnahme zur Delfinarienfrage abgegeben und partizipierte an einem Papier zum Thema Zuchtstopp, das bei der IMATA- Konferenz in San Diego erfolgreich präsentiert wurde. Zudem hält er Kontakt zum Dolphin Research Center Florida. Zurzeit kann er Studium und "Zoos Media" gut miteinander verbinden. Beide Richtungen sind Optionen für später.

Hinweis: Das Wal- und Delfinschutz-Forum (WDSF) weist darauf hin, dass Herr Kroiß nicht vom Landtag berufener Experte war, sondern die Gelegenheit zur Abgabe einer Stellungnahme genutzt hat.

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(NGZ)
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