Jürgen Becker trat in Korschenbroich auf

Kabarett mit Jürgen Becker: Menschliche Begehren rheinisch analysiert

Kabarettist Jürgen Becker trat am Gymnasium Korchenbroich mit seinem Programm „Volksbegehren“ auf. Er erklärte unter anderem. dass Männer zu 60 Prozent an Sex und zu 40 Prozent an Fußball denken.

Trotz allerbesten Grill- und Biergartenwetters war die Aula des Korschenbroicher Gymnasiums am Freitagabend rappelvoll – kein Wunder, präsentierte doch Jürgen Becker sein Programm „Volksbegehren“. Dass es dabei nicht um mehr Basisdemokratie gehen würde, ließ der Untertitel „Die Kulturgeschichte der Fortpflanzung“ erkennen. Becker hatte einen aktuellen Aufhänger für seinen Rückblick, der bis in die Antike reichte: Die Mee-too-Debatte.

„So, wir wollen uns jetzt mal einen schönen Abend machen“, sagte der Kölner mit seiner schnarrenden Stimme. Was kurz vor der Fußballweltmeisterschaft erstaunte: „Männer denken zu 60 Prozent an Sex und nur zu 40 Prozent an Fußball.“ Jürgen Becker sprach über Sex. Nicht einfach nur so, sondern mit immer neuen Bildern, die ein Beamer auf die Leinwand warf – sie waren die visuelle Steilvorlage, die Becker dann verbal blendend umsetzte. Dabei zog er immer wieder Rückschlüsse auf die Gegenwart, was natürlich nicht passte – diese Rückschlüsse waren allerdings der Stoff, aus dem die Lacher gemacht sind. Ein Beispiel: Becker plauderte mit rheinischer Gelassenheit und Heiterkeit über eine Russin, die 69 Kinder auf die Welt gebracht hatte und bemerkte: „Wie oft die zum Elternabend gehen muss.“ Und der Kölner verriet auch, nach welcher Formel ältere Männer ihre neue Partnerin aussuchen: „Eigenes Lebensalter geteilt durch zwei plus neun.“

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Er verriet, wie man die Schutzbedürftigkeit der Frauen bei der Partnersuche ausnutzen könne: „Wenn Sie sie auf einer wackeligen Brücke ansprechen, ist die Wahrscheinlichkeit größer, dass Sie Erfolg haben werden.“ Becker bemühte nicht nur die griechische Mythologie – für ihn lautet die Übersetzung von Xantippe „ich habe Kopfschmerzen“ -, er war auch in der Tierwelt auf seltsames Sexualverhalten gestoßen. Besonders angetan hatte ihm die Blattlaus: „Das Weibchen kann sich auch ohne Zutun des „Lausbuben“ vermehren, was möglicherweise an dessen Aussehen liegt. Der spiele möglicherweise Karten, „wenn er ein gutes Blatt hat“. Der Bildung diente der Abend nicht wirklich, aber zur Erheiterung taugte er allemal.

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