Korschenbroich: Immer mehr fahren mit dem Bürgerbus

Korschenbroich : Immer mehr fahren mit dem Bürgerbus

Fast 11 000 Karten hat der Bürgerbus 2013 verkauft – Tendenz steigend. Die guten Zahlen machen die Anschaffung eines neuen Busses realistischer. Der alte könnte dann als Reserve für die Stoßzeiten am Morgen und Abend dienen.

Fast 11 000 Karten hat der Bürgerbus 2013 verkauft — Tendenz steigend. Die guten Zahlen machen die Anschaffung eines neuen Busses realistischer. Der alte könnte dann als Reserve für die Stoßzeiten am Morgen und Abend dienen.

Es muss ein Tag im Juli vergangen Jahres gewesen sein, als ein Fahrgast unbemerkt die 20 000. Fahrkarte des Bürgerbusses gelöst hat. Das Erreichen dieser Marke macht die Vorstandsmitglieder des Vereins glücklich, haben sie doch seit Jahren viel Einsatz in das Projekt gesteckt, das die Korschenbroicher seit dem Frühjahr 2010 mobiler macht. Die Zahlen der vergangenen Jahre belegen: Die Rechnung ist aufgegangen.

2013 registrierte der Verein Bürgerbus Korschenbroich 10 850 Fahrgäste — ein Plus von mehr als 4000 im Vergleich zum Vorjahr. Und die Fahrgastzahlen dürften nach der Einschätzung von Willy Schellen, Vorsitzender des Vereins, die aktuelle Rekordzahl noch übersteigen. "Unser Ziel ist es, jeden Monat mehr als 1000 Fahrgäste zu befördern", sagt er. Ein Bestreben des Vereins sei es gewesen, die laufenden Kosten mit dem Ticketverkaufen decken zu können, und genau das sei mittlerweile trotz gestiegener Ausgaben für Treibstoff erreicht.

Der Verein steht in diesem Jahr vor einer neuen Herausforderung: Erstmals muss ein neuer Bus angeschafft werden. Der aktuelle wird in den kommenden Monaten die Marke von 400 000 Kilometern überschreiten. Auch wenn es eine größere finanzielle Förderung vom Land gibt, bleibt ein höherer fünfstelliger Betrag, den der Verein stemmen muss. Willy Schellen und Geschäftsführer Hubert Tokloth sind optimistisch, durch Partner und viele "kleinere" Spenden, zum Beispiel von Sportvereinen, Bruderschaften, Schützen und Privatpersonen, den Betrag aufbringen zu können. "Es werden Gespräche geführt", sagt Schellen.

Mit einem zweiten Bus könnte ein Problem gelöst werden, das mit dem Erfolg des Bürgerbusses zusammenhängt. Maximal acht Fahrgäste können mit dem Fahrzeug befördert werden, in Stoßzeiten am Morgen und Abend kann das zu Engpässen führen. In solchen Fällen könnte dann das ältere Modell ausrücken. Zudem könnte der ältere Bus als Ersatz dienen, wenn das neue Fahrzeug gewartet wird.

Ein wichtiger Schritt hin zu mehr Fahrgästen sei die Umstellung des Fahrplans im vergangenen Sommer gewesen, sagt Hubert Tokloth. Seitdem sei gewährleistet, dass jede Haltestelle einmal innerhalb von 90 Minuten angefahren wird. Zuvor lag der Takt noch bei 180 Minuten. Durch diese Änderung fährt der Bus nun auf seiner Rundfahrt zweimal innerhalb einer Tour durch Korschenbroich. "Sogar viele Ärzte haben sich schon auf die Zeiten eingestellt", sagt Schellen.

Ermöglicht wird der Bürgerbus — neben den Partnern und Spendern — durch die Ehrenamtler, die sich im Verein einbringen. Für den Betrieb braucht es täglich vier Fahrer, die drei Stunden lang unterwegs sind. 55 Fahrer hat der Verein derzeit. Auch Schellen und Tokloth sitzen regelmäßig hinter dem Steuer. "Dabei wird man entlohnt durch Glücksgefühle. Man spürt, dass viele Menschen froh sind, dass es uns gibt", sagt Schellen.

(NGZ)