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Kleinenbroich: Ideen für Kleinenbroich

Kleinenbroich : Ideen für Kleinenbroich

Das Bahnhofsumfeld aufwerten, die Wege zum Zentrum "Auf den Kempen" deutlicher hervorheben, den Jüchener Bach zur Grünzone machen – die SPD hat etliche Ideen für Kleinenbroich. Doch die Stadt hat kein Geld.

Das Bahnhofsumfeld aufwerten, die Wege zum Zentrum "Auf den Kempen" deutlicher hervorheben, den Jüchener Bach zur Grünzone machen — die SPD hat etliche Ideen für Kleinenbroich. Doch die Stadt hat kein Geld.

Das Umfeld des Kleinenbroicher Bahnhofes muss aufgewertet werden, meint der SPD-Kreistagsabgeordnete Udo Bartsch. Foto: BErns

Udo Bartschs Diagnose klingt paradox, ist aber wohl unumstritten: "Kleinenbroich hat so viele Ortsmitten", sagt der Kleinenbroicher SPD-Kreistagsabgeordnete. Begeisterung liegt dabei nicht in seiner Stimme. Denn ein Ort ohne eine gewachsene, klar erkennbare Mitte hat ein Problem.

"Kleinenbroich hat zum jetzigen Zeitpunkt ein Konglomerat von Zentren, die alle nicht richtig leben können, sich gegenseitig schwächen und unter dem eigentlichen ,Versorgungszentrum' in den Gewerbegebieten leiden", schreiben die Sozialdemokraten des Stadtteils in einem Papier, über das sie Anfang August mit den Bürgern diskutieren wollen. Es enthält auch einige Ideen, wie Kleinenbroich aufgemöbelt werden könnte.

Zu den verbesserungsfähigen Problemzonen zählt nach Ansicht der SPD das Umfeld des Bahnhofes. 2013 will die Bahn mit dem behindertengerechten Umbau der Anlage beginnen — für Bartsch ein guter Zeitpunkt, auch die Umgebung aufzuhübschen und beispielsweise hässliche Schotterflächen in ordentliche Parkplätze zu verwandeln. Mit noch mehr Aufwand könne am Bahnhof "eventuell ein neues Zentrum geschaffen werden", findet die SPD.

Das würde dann in der Tat zentraler liegen, als der Bereich "Auf den Kempen". Der wurde in den 70er Jahren, so Bartsch, sogar als "neue Ortsmitte" angelegt. "Eine Fehlplanung", sagt die SPD heute. Zur Korrektur schlägt sie vor, die Zuwege dorthin durch bessere Beschilderungen und Grün entlang der Straße besser zu betonen. Dienstleister und Händler, die sich speziell an die Bedürfnisse der wachsenden Zahl älterer Menschen richten, hätten in dem Bereich eine Chance, meinen die Sozialdemokraten.

Der attestierte Mangel an Grünflächen könnte nach Ansicht Bartschs entlang des Jüchener Bachs behoben werden. Dessen mitten durch den Ort verlaufendes Bett wäre aufzuwerten, sollte die Stadt zum Schutz vor Hochwasser den Bach vor dem Ortseingang um- und an Kleinenbroich vorbeilenken. Der geplante Radwegeausbau entlang der Verkehrsachse Nordstraße/Hochstraße biete die Chance, auch diese Achse zu verbessern und etwa das Umfeld der Kirche zu verschönern oder an der Schiefbahner Straße einen Kreisverkehr zu bauen. Da die Achse eine Kreisstraße ist, ist der Kreis Neuss für sie zuständig.

Perspektiven für Kleinenbroich zu entwickeln, hält Bürgermeister Heinz Josef Dick für durchaus nützlich. Allerdings will er auch keine falschen Hoffnungen wecken: "Korschenbroich hat einen Nothaushalt und kein Geld, kurzfristig etwas zu machen." Um die gähnend leere Stadtkasse weiß auch Bartsch. "Aber wenn sich die Situation einmal verbessern sollte, müssen wir wissen, was wir wollen", sagt er. Bartsch hofft, Korschenbroich könne Städtebaufördermittel vom Land beschaffen, wenn die Bahn 2013 den Bahnhof behindertengerecht umbaue. Dick ist da skeptischer.

(RP/rl)