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Korschenbroich: "Ich will mehr Transparenz schaffen"

Korschenbroich : "Ich will mehr Transparenz schaffen"

Die SPD-Mitglieder haben entschieden: Sie wollen, dass Albert Richter im Herbst 2015 Bürgermeister von Korschenbroich wird. Der 61-Jährige tritt gegen den CDU-Kandidaten Marc Venten (36) an und erklärt, wie er beim Wähler punkten will.

Herr Richter, Sie sind zweimal als Bürgermeister-Kandidat unterlegen. Jetzt versuchen Sie es ein drittes Mal. Warum?

Albert Richter Dazu kann ich nur sagen, weil die Chancen für uns als SPD gut sind.

Was macht Sie so siegessicher?

Richter Wie unser scheidender Bürgermeister schon sagt: ein hauptamtlicher Bürgermeister muss neben "viel Zeit" auch wissen, wie Kommunalpolitik funktioniert und eine Verwaltung arbeitet. Ich habe bewiesen, dass ich dies weiß.

Viele sagen: "Der SPD-Bürgermeister-Kandidat ist ja schon 61 Jahre." Sind Sie für diese Aufgabe zu alt?

Richter Das Alter spielt keine Rolle. Kompetenz, Erfahrung und Sachverstand sowie Führungserfahrung sind wichtigere Punkte für die Bürger. In erster Linie stehen bei uns in Korschenbroich immer die Bedürfnisse der Stadt und ihrer Bürger im Vordergrund.

Wie bereiten Sie sich jetzt als Bürgermeister-Kandidat auf den Wahlkampf vor?

Richter Ich werde jetzt zunächst mit vielen Menschen reden und dann ein Team zusammenstellen, mit dem ich die Strategie erarbeiten will. Auch wenn es erstmals eine reine Personenwahl sein wird, braucht man personelle und fachliche Unterstützung.

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Wann wollen Sie durchstarten und wie sind Ihre Pläne?

Richter Im März werden die ersten Vorstellungen für einen Wahlkampf entwickelt, damit wir rechtzeitig mit dem Wahlkampf beginnen können.

Warum soll der Korschenbroicher Bürger Sie am 13. September wählen?

Richter Ich stehe für eine Politik, die die Menschen im Mittelpunkt hat. Ich werde versuchen, alle Bürger der Stadt mitzunehmen. Meine Vorstellung ist, im Vorfeld von Entscheidungen mehr Transparenz zu schaffen. Der Haushalt und wichtige Entscheidungen werden regelmäßig in allen Ortsteilen vorgestellt. Grundwasser ist das Dauerthema. Wichtig ist es, dass sich viele Menschen an einer dauerhaften Lösung beteiligen. Mit meiner Präsenz in der Öffentlichkeit und dem Besuch vieler Veranstaltungen werde ich immer wieder das Gespräch mit den Bürgern suchen und dabei deutlich machen, dass viele positive Entscheidungen in den letzten Jahren gemeinsam mit uns als SPD realisiert werden konnten.

Was spricht noch für Sie?

Richter Ich kann zuhören. In Gesprächen mit den Bürgern nehme ich ihre Probleme auf und versuche, im Rahmen der Möglichkeiten zu helfen.

Was würden Sie als Bürgermeister von Korschenbroich verändern wollen?

Richter Als Bürgermeister würde ich mich von dem Gedanken einer wachsenden Stadt trennen. Ziel muss es sein, unsere Stadt in ihrer jetzigen Bevölkerungszahl zu stabilisieren. Hierzu gehört nicht nur die Schaffung neuer Baugebiete, sondern auch die Aktivierung der Altbebauung. Hier ist es aber wichtig, dass die Förderung junger Familien sozial gerecht sein muss. Dringend ist das Baugebiet Korschenbroich-West zu realisieren - aber nicht zu Bedingungen von Großinvestoren.

Was muss unbedingt passieren?

Richter Wir müssen uns unbedingt um den Bereich der Gewerbegebiete kümmern. Neben der Stärkung der lokal angesiedelten Wirtschaft ist die Ansiedlung neuer Betriebe dringend notwendig. In Kleinenbroich, für den Bereich Holzkamp, sind unter anderem die unterschiedlichen Interessen - altengerechtes Wohnung, Schützenplatz, Gewerbe, Wohnbebauung und Bürgerpark - schnellstmöglich zu sortieren und zu regeln.

Was noch?

Richter Die Bedeutung von neuen Medien und einem schnellen Internet für die Bürger der Stadt wurde lange Zeit unterschätzt. Hier ist dringender Handlungsbedarf.

Was würden Sie beibehalten?

Richter Die sinnvolle und ruhige Vorgehensweise im Bereich der Sport-, Schul- und Kindergartenpolitik, gemeinsam mit allen Parteien und den Beteiligten aus der Bürgerschaft nach Lösungen zu suchen und sie zu realisieren.

Als Bürgermeister sind Sie auch Chef der Verwaltung, Chef von 380 Mitarbeitern. Wie wollen Sie diese Herausforderung ohne größere Personalführungserfahrungen meistern?

Richter Als Chef der Verwaltung ist man doch nicht alleine. Man muss natürlich die Fähigkeit und Bereitschaft haben, sich auf seine Mitarbeiter zu verlassen. Die Stadt hat gute Mitarbeiter, die wissen, was zu tun ist. Ein Bürgermeister hat die Aufgabe, mit diesen Mitarbeitern ein Team zu bilden, um das Beste für die Bürger zu erreichen. Ich bin in meinem Berufsleben so ausgebildet worden, um mit einer größeren Anzahl von Mitarbeitern zu arbeiten, diese zu leiten und im Team gemeinsame Ziele zu erreichen.

RUTH WIEDNER STELLTE DIE FRAGEN.

(NGZ)