Korschenbroich: Heimbewohner ärgern sich über Mängel

Korschenbroich: Heimbewohner ärgern sich über Mängel

Nach dem Umzug in andere Gebäudeteile des Kreis-Seniorenzentrums sind einige Bewohner unzufrieden. Viele stört zudem, dass die Pflegekosten teils drastisch steigen sollen. Die "Rhein-Kreis Neuss Kliniken" sagen Verbesserungen zu.

Ärger gibt es zurzeit im Seniorenhaus an der Freiheitsstraße: Wegen der Umbau- und Neubaumaßnahmen mussten einige Bewohner innerhalb des Gebäudekomplexes umziehen. Viele sind jetzt mit der räumlichen Situation unzufrieden und bemängeln, dass sie weiterhin viel Lärm und Staub ausgesetzt seien. Zu denen, die ihre gewohnte Umgebung nach Jahren verlassen mussten, zählt auch die 88-jährige Anneliese Nattermann. Sie wohnt nun in einem Altbau-Trakt, in dessen Zimmern nach Auskunft ihres Sohnes Frank Nattermann ein alter Linoleum-Fußboden mit Brandlöchern verlegt sei. "Es fehlt eine Nachttischlampe, die Hängelampe für den Tisch liegt seit Wochen in der Ecke und die Tür zum Waschraum fehlt. Dort hängt nur ein Vorhang", nennt Nattermann weitere Punkte, mit denen er hadert. Jetzt komme noch eine Preiserhöhung dazu: Für die Pflegestufe seiner Mutter würden laut Schwiegertochter Iris Nattermann nun 3480 statt der bisherigen 3030 Euro pro Monat fällig.

Viele Bewohner und Angehörige sind empört, zumal das Schreiben, in dem ihnen die Preiserhöhung mitgeteilt worden sein soll, so kompliziert verfasst gewesen sei, dass es kaum jemand habe verstehen können. Tatsächlich sind die Nattermanns nicht die einzigen, die sich über durch den Umzug innerhalb des Gebäudekomplexes entstandene Missstände und die Preiserhöhung ärgern. Bewohnerin Katharina Clöver stört sich ebenfalls daran - und Heinz-Josef Bungter, dessen Bruder Wilfried in den Neubau gezogen ist, bemängelt, dass er ihn seit Wochen nicht anrufen kann. "Das kann nicht am Telefon liegen. Das Problem ist in der Wand", sagt er.

Das Badezimmer ist nur mit einem Vorhang abgetrennt, es gibt keine Türe. Foto: Nattermann
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Die Betreiber-Gesellschaft des Seniorenhauses, die "Rhein-Kreis Neuss Kliniken", reagiert auf alle Vorwürfe. "Wir nehmen die Beschwerden ernst", sagt Sprecherin Susanne Niemöhlmann. Der Staub und der Lärm seien den Bauarbeiten geschuldet, durch die das Haus modernisiert werden soll. "Das Personal ist bemüht, dass bei den Arbeiten Ruhezeiten eingehalten werden." Die angekündigte Anpassung der Pflegekosten sei nötig, um weiterhin kostendeckend arbeiten zu können, und die Summen seien solche, mit denen die Bewohner maximal rechnen müssten, wenn der Pflegesatz Ende Januar festgelegt werde. In den älteren gebäudeteilen, die nicht so komfortabel sind wie die neuen, sollen die Beiträge für die Bewohner niedriger ausfallen. Laut Betreiber-Gesellschaft habe die Pflegeeinrichtung zuletzt 2014 mit den Pflegekassen über die Preise verhandelt, weshalb es nun zu einer größeren Anpassung kommen könne.

Susanne Niemöhlmann teilt weiter mit, dass es im Januar eine Infoveranstaltung für alle Bewohner geben soll und dass die neue geschäftsführende Einrichtungsleiterin Iris Baldus bestrebt sei, das Beschwerdemanagement zu verbessern. Seit Anfang des Monats kümmere sich zudem ein neuer Hausmeister um die Belange der Bewohner. Gute Nachrichten für die Nattermanns: Eine neue Badezimmer-Tür soll bestellt sein, auch der Fußboden soll bald ersetzt werden. Gestern meldete sich auch Heinz-Josef Bungter glücklich bei uns: Ihm sei zugesagt worden, dass sich ein Techniker um das Telefon-Problem seines Bruders Wilfried kümmert.

Seit Wochen bemängeln die Nattermanns die Beleuchtung: Sowohl am Bett als auch über dem Tisch steht die Lampen-Montage noch aus. Foto: nattermann
(cka)