Korschenbroich: Heimatfreunde gestalten Museum neu

Korschenbroich: Heimatfreunde gestalten Museum neu

Der Glehner Verein hat für sein Museum im alten Rathaus ein neues Konzept entwickelt. Künftig sollen dort mehr Ausstellungen zu aktuellen Themen gezeigt werden. Die Räume werden in den nächsten Monaten umgestaltet.

Die alte Glehner Kirchtruhe von 1702 gehört zu den Prachtstücken im Museum der Heimatfreunde Glehn - und sie wird es auch bleiben. Doch so manches in den Räumen im Alten Rathaus wird sich verändern. Unter der Federführung des stellvertretenden Vorsitzenden Robert Jordan verwirklicht der Verein, der dieses Jahr sein 40-jähriges Bestehen begeht, ein neues, mehrstufiges Konzept. In den nächsten zwei Monaten bleibt das Museum geschlossen, es wird umgestaltet.

Die Historie von Glehn wird weiter eine wichtige Rolle im 2010 gegründeten Heimatmuseum bilden. "Aber wir wollen auch die Gegenwart einbeziehen, vermehrt Ausstellungen zu aktuellen Themen präsentieren", erläutert Robert Jordan. "Damit haben wir bereits dieses Jahr angefangen."

Anfang 2014 hatten Glehner Künstlerinnen ihre Werke präsentiert, später Schulkinder ihre Lieblingsorte im Dorf vorgestellt. "Wir möchten auch die neuen Bewohner in Glehn mit dem jetzigen Ort und seiner Geschichte vertraut machen", erläutert Vorstandsmitglied Klemens Plümper (64). Das gleiche Ziel hatten die Ortsführungen "Glehn im Wandel der Zeiten" mit Walter Brocker und Adolf Hütches in diesem Jahr - mit rund 150 Teilnehmern waren sie ein Erfolg und sollen 2015 fortgesetzt werden.

Zum Museumskonzept gehört auch, "dass wir nur noch Gegenstände sammeln, die einen Bezug zu Glehn haben. Unser Platz ist begrenzt", erklärt Jordan. Manche Sammeltassen und alten Lampenschirme etwa dürften verschwinden. "In den kommenden Wochen werden wir die Bestände sichten, manches aussortieren", so Jordan. Klemens Plümper betont, dass der Verein bei nicht mehr benötigten Leihgaben die Eigentümer fragt, ob sie die Stücke zurück haben wollen.

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Auch kräftig umgeräumt werden soll in den nächsten Monaten. Im heutigen "Empfangszimmer" am Eingang wird laut Jordan die historische Dauerausstellung mit vielen Bildern zu sehen sein. "Wir haben fast 1000 alte und neue Fotografien im Bestand", weiß Plümper. Der alte Bürgermeister-Schreibtisch wird vom Eingangsraum ins heutige Archiv wechseln.

Der große Ausstellungsraum neben dem heutigen "Empfangszimmer" soll künftig Wechselausstellungen vorbehalten sein. Zurzeit werden dort unter anderem Werkzeuge und Apparate des früheren Glehner Uhrmachers Matthias Birkmann ausgestellt. "Die Sammlung bleibt im Museum, wird aber nicht ständig zu sehen sein", sagt Jordan. Erhalten bleiben soll das kleine Schützenzimmer mit den Königsfotos seit 1949.

Welche Wechselausstellungen 2015 gezeigt werden, steht noch nicht fest - Pläne gibt's aber bereits: "Wir haben die Messdiener gefragt, ob sie ihre Geschichte und Arbeit vorstellen wollen. Wir haben im Ort eine große, aktive Gruppe", so Jordan. Außerdem hat der Verein bei den Oldtimerfreunden Glehn angeklopft - parallel zu den Classic Days im Schloss Dyck könnte es eine Ausstellung in Glehn geben. Alte Autos passen zwar nicht ins Museum, wohl aber historische Zweiräder, Modelle und manches mehr.

(NGZ)
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