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Korschenbroich: Hauptschule muss um Bestand bangen

Korschenbroich : Hauptschule muss um Bestand bangen

Im Bildungsausschuss hat die Stadt die tatsächlichen Anmeldezahlen an allen Schulen vorgestellt. Das Gymnasium hat mit Abwanderungen der Korschenbroicher Zielgruppe an Schulen im Umland zu kämpfen.

2792 Schüler, 103 Klassen, drei Jahrgänge in der Sekundarstufe II, sechs Grund- und drei weiterführende Schulen - das sind die Zahlen der städtischen Schullandschaft. Bei genauerer Betrachtung der Statistik zieht Schulamtsleiterin Michaele Messmann zwei Erkenntnisse heraus: Der Teilstandort Pesch der Andreas-Grundschule konnte mit insgesamt 16 Erstklässlern erhalten werden, "und auch die Hauptschule hat es wieder geschafft".

Mit 20 Schülern bleibt sie damit die einzige Hauptschule im Rhein-Kreis Neuss, die eine Eingangsklasse gebildet hat. Mehr als eine positiv gestimmte Momentaufnahme ist das nicht. Im kommenden Frühjahr, wenn das Anmeldeverfahren an den weiterführenden Schulen wieder läuft, müsse - so Messmann - wieder gezittert werden.

Die zunehmende Anzahl von Sekundar- und Gesamtschulen in den umliegenden Kommunen wird die Existenz der Hauptschule auf Dauer bedrohen. Die Prognose im bis zum Jahr 2020/21 fortgeschriebenen Schulentwicklungsplan sieht vor, dass voraussichtlich immer eine Eingangsklasse gebildet werden kann. Mit erwarteten Anmeldezahlen zwischen 16 und 19 Schülern bleibt dies aber sehr vage. Die Stadt müsse langfristig über neue Schulformen nachdenken, so das Fazit. Der Aufbau einer eigenen Sekundarschule zum Schuljahr 2013/14 war aufgrund der nicht erreichten Mindestanmeldezahl von 75 Kindern noch gescheitert.

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Die Situation an den übrigen Schulen in der Stadt Korschenbroich sieht unter Berücksichtigung des allgemeinen Rückgangs der Schülerzahlen entspannt aus. Gutenberg- und Maternusschule bleiben auf lange Sicht zweizügig, ein Grundschulverbund in Liedberg und Glehn ist aktuell kein Thema, am Teilstandort Pesch der Andreasschule wird in den nächsten fünf Jahren stets die Bildung einer Eingangsklasse erwartet. Realschule wie Gymnasium werden laut Schulentwicklungsplan in 2020/21 durchgehend dreizügig sein. Handlungsbedarf am Gymnasium besteht trotzdem, insbesondere weil hier die Abwanderungen der Zielgruppe zu auswärtigen Schulen zunehmen.

"Wir müssen unsere gute Arbeit wieder mehr in der Öffentlichkeit darstellen", sagt Schulleiter Uwe Roscheck. "In der Bevölkerung wird immer nur das Schlechte weitererzählt, weil man glaubt, das Gute sei ja jedem bekannt", so der Rektor. Ein Plus des "GyKo" seien etwa die Frischküche der Mensa und eine zuverlässige Betreuung über die Mittagszeit. Beim nächsten Tag der offenen Tür wolle man die Kooperationspartner bewusst stärker präsentieren.

In einer Elternbefragung wurde festgestellt, dass sich lediglich sechs Prozent über das Gymnasium auf dessen Internetseite informiert hätten. Eine neue Homepage ist darum in Auftrag gegeben. "Wir müssen uns auch wieder mehr an den Grundschulen verankern", sagt Roscheck. Die "Schulbotschafter" wurden jetzt wieder reaktiviert.

(NGZ)