1. NRW
  2. Städte
  3. Korschenbroich

Händler in Korschenbroich locken Kunden aus der Großstadt

Viele auswärtige Kunden : Händler locken Kunden aus der Großstadt

In Korschenbroich gibt es viele inhabergeführte Geschäfte, die längst nicht nur Stammkunden aus der eigenen Nachbarschaft haben. Auch Kunden aus Mönchengladbach, Neuss und Düsseldorf kaufen Schuhe, Fisch oder Käse.

In der Vorweihnachtszeit herrschte wieder einmal durchgängig dichtes Gedränge in Monika Dördelmanns kleinem Laden „Wohnen und Accessoires“. Im Eckhaus mit barocker Giebelwand ist er von innen und außen ein Hingucker mit einer reichen Auswahl an dekorativen Dingen. „Die Kunden kommen nicht nur aus Korschenbroich, sondern auch aus Mönchengladbach, Willich, Rommerskirchen, Neuss und weiter her. Durch das Edeka-Center werden viele auf uns aufmerksam“, erzählt die Inhaberin. „Viele sagen uns, dass Korschenbroich attraktiv zum Einkaufen ist. Die Kunden mögen die inhabergeführten Geschäfte“, ergänzt Tochter Jenny Petermann.

Diese Erfahrungen machen auch andere Einzelhändler in Korschenbroich. Christoph Kamper, Vorsitzender des Cityrings und Inhaber von „Schuh Kamper“ bemerkt seit etwa sechs Jahren einen Anstieg an Kunden aus umliegenden Städten, etwa aus Rheydt, Grevenbroich oder Büttgen. „Immer mehr kommen aber auch aus dem Mönchengladbacher Zentrum. Diese Kunden sagen, dass sie in Gladbach kaum noch inhabergeführte Geschäfte haben, sondern nur noch Filialisten. Dass sie gerne zu uns kommen, läge an der Beratung und der persönlichen Bedienung“, sagt Kamper.

Zu den Unternehmen mit Alleinstellungsmerkmal zählt Kostüme Hintzen, spezialisiert auf Produktion und Vermietung von Karnevalskostümen und Schützenuniformen. Hier sind ganzjährig 30 Mitarbeiter beschäftigt, um Kundenwünsche zu erfüllen. Zur Käuferschaft zählen das Kölner Dreigestirn, der Düsseldorfer Prinz und Karnevalisten aus anderen Hochburgen. Die maßgeschneiderten Schützenuni­formen sind nicht nur in weiten Teilen Deutschlands beliebt, sondern ebenso in den Niederlanden und Belgien.

Sehr zufrieden mit dem Umsatz ist auch Ulrike Freier. „Dafür tue ich aber auch einiges. Es gehört für mich dazu, auf dem großen Düsseldorfer Weihnachtsmarkt wie auf den Weihnachtsmärkten von Schloss Dyck und Schloss Benrath präsent zu sein, um neue Kunden zu akkreditieren. Das ist mir eine Reise wert“, sagt die Geschäftsfrau. Sie hat festgestellt, dass nach auswärtigen Gastspielen Abnehmer aus der weiteren Umgebung gezielt in ihre Schreibmanufaktur „Feder und Tinte“ in der Steinstraße kommen.

Seit 23 Jahren verkauft Cornelia Haasnoot-Schumacher im Hannen-Center Fischspezialitäten. Sie freut sich, dass Kunden nicht nur aus dem Ort und den Nachbarstädten Mönchengladbach und Neuss kommen, sondern teilweise sogar aus Leichlingen und Solingen. Die Lettin Santa Schuster erzählt, dass ihr Matjes noch nirgends so gut geschmeckt hätten wie in Corry’s Fischecke. Hier kaufe sie auch vor einem Heimatbesuch Heringe für die Verwandtschaft ein. „Und da sollte man doch denken, dass es in Lettland super frischen Fisch gibt“, stellt Haasnoot-Schumacher stolz fest.

Schräg gegenüber Corry’s Fischecke führt Uwe Kleinekathöfer „Weegers Käselädchen“ – und hat mit seinem Konzept, vor allem auf Käse aus bäuerlicher Herstellung und Bergkäse zu setzen, großen Erfolg. Der Kundenkreis zieht sich von Essen bis nach Düsseldorf und Neuss. Sein Käse gehört auch zu dem Korschenbroicher Angebot, dass auch Großstädter überzeugt.